Stadtgespräch
Die Demokratie-Burg: Gemeinsam für das, was Menschen verbindet
Unter dem Motto „Unsere Demokratie: stark, schützend und schützenswert“ schlossen sich fünf Oberhausener Schulen, Vertretende der Stadt Oberhausen sowie zwei Initiativen zusammen und gestalteten im Rahmen der Demokratiewoche ein besonderes und innovatives Format: die Demokratie-Burg. Bei diesem Projekt schufen am Dienstag, 22. September 2026, rund 200 Teilnehmende in der Burg Vondern einen besonderen Ort der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen Handelns.
An diesem Tag machten Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, der Brüder-Grimm-Schule, der Christoph-Schlingensief-Schule, der Gesamtschule Knappenstraße sowie des Sophie-Scholl-Gymnasiums gemeinsam mit den Initiativen Omas gegen Rechts Oberhausen und Terre des Hommes Demokratie erlebbar. Das Demokratiebüro, der Bereich Schule und das Bildungsbüro der Stadt Oberhausen sowie das Kommunale Integrationszentrum mit der Regionalkoordination des Projekts Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil.
Die Burg Vondern diente dabei nicht nur als Veranstaltungsort, sondern gleichzeitig als starkes Sinnbild für das Projekt. Eine Burg kann Schutz symbolisieren, für Stärke und Zusammenhalt stehen und so fragten sich die Beteiligten auch: Was müssen wir schützen? Was darf uns nicht trennen? Und welche Werte brauchen starke Mauern, damit sie stabil bestehen können? Diesen Fragen gingen rund 200 Menschen unterschiedlichen Alters, Entwicklungsstandes sowie mit verschiedensten biografischen Hintergründen und Lebensformen auf den Grund und teilten dabei ihre individuellen Perspektiven.
Dabei machten sie Demokratie auch mit vielfältigen Angeboten erlebbar: Die Schülerinnen und Schüler präsentierten dem versammelten Publikum kreativ und aufwendig gestaltete interaktive Stationen mit Demokratieschildern, Engagement-Statements und Säulen der Demokratie sowie bunten Naturschutz-Insektenhotels. Die Initiative Terre des Hommes lud zu einem Demokratiequiz ein, das sie zuvor gemeinsam mit Geflüchteten erarbeitet hatte, und die Initiative Omas gegen Rechts stellte ihre Foto- und Statement-Ausstellung „Mein Gesicht gegen Rechts“ mit Bezug zu ihren individuellen Biografien vor. Für die musikalische Begleitung sorgten eine Schulband und eine Trommelgruppe, die zum Teil eigens komponierte Songs performten. Die gesamte Veranstaltung moderierten Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums.
Ebenfalls anwesend bei der Veranstaltung waren Oberbürgermeister Thorsten Berg und Bürgermeister Werner Nakot, der in seinem Grußwort betonte: „Demokratie lebt davon, dass Menschen mitmachen, miteinander sprechen und einander zuhören. Veranstaltungen wie die Demokratie-Burg zeigen, dass wir unsere demokratischen Werte gemeinsam mit Leben füllen und Verantwortung für unser Zusammenleben übernehmen können.“ Zum Abschluss des Tages sangen die Omas gegen Rechts im Burghof ihr Lied, welches ihre klare Haltung gegen Diskriminierung und für Generationendialog, Partizipation und Vielfalt zum Ausdruck brachte.
Die Demokratie-Burg lebte vom direkten Austausch und dem Miteinander aller Beteiligten: Alle konnten etwas beitragen und gleichzeitig voneinander lernen. Vor allem machte das Projekt deutlich: Demokratie ist nichts Selbstverständliches, sondern muss tagtäglich geschützt werden. Nicht durch Abgrenzung voneinander, sondern durch gemeinsames Einstehen für die Werte, die miteinander verbinden. Dies betonte auch Jeldrik Stein, stellvertretender Bereichsleiter des Kommunalen Integrationszentrums, in seinem Grußwort: „Demokratie ist ein ‚Tun-Wort‘: Ein fortlaufender Prozess, der durch das aktive Handeln der Menschen lebt.“