Stadtgespräch

Dritte Mülheimer Nacht der Ausbildung begeistert Betriebe und junge Menschen!

Da staunten die Passantinnen und Passanten nicht schlecht, als sie am 27. Februar den Bus auf der Kaiserstraße in Mülheim entlangfahren sahen – denn eigentlich fuhren in der Ruhrstadt aufgrund des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr an diesem Tag keine Busse. Nur die beiden Shuttle-Busse, die interessierte Schülerinnen und Schüler durch das Stadtgebiet zu Betrieben brachten, waren unterwegs und wühlten sich durch den dichten Nachmittagsverkehr.

05.03.2026

Zum dritten Mal hieß es am 27. Februar: Einsteigen und mitfahren in Richtung berufliche Zukunft! Die Mülheimer Nacht der Ausbildung bot jungen Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind, die Chance, gleich mehrere Betriebe kennenzulernen und besondere Einblicke zu erhalten, die es sonst in der Form nicht gibt.

Dazu trafen sich die interessierten jungen Menschen zunächst an der Arbeitsagentur Mülheim, um sich bei den Unternehmen, die sich vor Ort präsentierten zu informieren, oder in einen der beiden Shuttle-Busse (Hafen- und Stadtroute) zu steigen in Richtung Unternehmen.

Rund 20 Betriebe öffneten zwischen 15 und 19 Uhr ihre Türen und Werkstore. Vor Ort brachten Azubis und weitere Mitarbeitende der Unternehmen den interessierten Schülerinnen und Schülern die Inhalte der Ausbildungsberufe nahe und boten auch die Möglichkeit sich selber auszuprobieren.

 

So auch bei der Dachdeckerfirma Essers Bedachungen GmbH an der Elbestraße im Hafen. In der eigenen Lehrwerkstatt, die erst Ende 2025 eingerichtet wurde, konnten Interessierte selber Hand anlegen. „Wir haben hier ein Flachdach- und ein Ziegeldachmodell aufgebaut. Alle Arbeiten, die dann hinterher in luftiger Höhe verrichtet werden, können hier ausprobiert werden – erstmal ohne mit der Höhe klarkommen zu müssen“, erläutert Geschäftsführer Florian Essers. Aktuell hat die Firma bereits 4 Auszubildende, würde aber gerne noch einen weiteren in diesem Jahr einstellen. „Es ist toll, dass wir bei der Nacht der Ausbildung das Handwerk präsentieren und die jungen Menschen diese exklusiven Einblicke erhalten können. Unsere Azubis sind heute Nachmittag gerne dabei und zeigen den Schülern, was den Job des Dachdeckers ausmacht. Die jungen Menschen sprechen einfach die gleiche Sprache!“ Auch der Solar- und Photovoltaikbereich wurde theoretisch und praktisch vorgestellt. „Die ist für die Zukunft des Berufes von besonderer Bedeutung, deswegen haben wir auch die Essers Solar GmbH gegründet. Hier sehe ich für unser Gewerk einen wichtigen Arbeitsbereich.“

 

An diesem Nachmittag haben sich die teilnehmenden Handwerksbetriebe an der Elbestraße zusammengeschlossen. So haben die Jugendlichen vor Ort auch noch die Möglichkeit mit der Richard Dachbau GmbH und der Malerfachbetrieb Binder GmbH ins Gespräch zu kommen. Spontan hat sich auch der dort ansässige Meisterbetrieb Elektro Lehnig noch bereit erklärt, dabei zu sein und auch dieses Gewerk vorzustellen. Sehr zur Freude der anwesenden Jugendlichen, die sich nun an einem Ort gleich mehrere Ausbildungsberufe ansehen konnten.

 

Mit dabei war auch die WSS GmbH. Hier erhielten die Interessierten spannende Einblicke in die Video- und Alarmbearbeitung. Denn die WSS GmbH errichtet Einbruch- und Brandmeldeanlagen in ganz Deutschland und betreibt eine eigene Notruf- und Serviceleitstelle, die sich die Jugendlichen auch selber ansehen durften. Ausgebildet wird in diesem Betrieb, der sich um die Sicherheit von Privatkunden und Gewerbetreibenden kümmert, in den Ausbildungsberufen Fachkraft für Schutz- und Sicherheit sowie Informationselektroniker/in Schwerpunkt Sicherheitstechnik. „Unsere Ausrichtung ist sehr technisch. Wir bilden hier keine Türsteher oder Sicherheitskräfte für Fußballstadien aus. Wer sich bei uns bewirbt, sollte technikaffin sein und auch die Bereitschaft mitbringen, hinterher im Schichtdienst zu arbeiten, denn unsere Leitstelle ist 24/7 besetzt. Die Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden hat oberste Priorität“, betont Kevin Boldt, Bereichsleiter Sicherheit. Das Unternehmen, das bereits seit über 30 Jahren in Mülheim tätig ist, hat aktuell 40 Mitarbeitende und einen Azubi. Gerne würden sie in diesem Jahr weitere Azubis bei sich begrüßen. „Für uns ist die Motivation der jungen Menschen entscheidend. Sie müssen Interesse zeigen, Arbeitseifer und Verlässlichkeit mitbringen. Dann geben wir gerne eine Chance – am besten lernt man sich vorab über ein Praktikum kennen. Dann können beide Seiten sicherer in eine gemeinsame dreijährige Ausbildungszeit gehen! Für ein erstes Kennenlernen ist die Nacht der Ausbildung richtig klasse. So können die Interessierten schon mal hinter die Kulissen schauen. Gerne sind wir in 2027 wieder dabei.“

 

Spannende Einblicke gab es aber auch bei allen anderen teilnehmenden Betrieben. Auf der Hafenroute waren das noch zusätzlich zu den bereits genannten Betrieben: Feuerwehr und Stadtverwaltung Mülheim, Edeka Paschmann, ELOMECH Elektronanlagen GmbH, Hermann Cleff GmbH. Auf der Stadtroute konnten die Jugendlichen diese Betriebe besuchen: Evangelisches Krankenhaus, Physalis, St. Marien Hospital, Hörsysteme Heinen & Ricking GmbH, MEG Mülheimer Entsorgungsgesellschaft, Salzgitter Mannesmann, KNDS FWH Castings GmbH.

 

In der Arbeitsagentur an der Kaiserstraße trafen die jungen Menschen auf Vertreterinnen und Vertreter der Polizei NRW, der Pflege Behmenburg GmbH, der Krankenversicherung Debeka und des Finanzamtes Mülheim. Also ein bunter Mix, der für jeden Berufswunsch passende Einblicke und Informationen bereithielt. Auch die Berufsberatung war vor Ort und beantwortete gerne die Fragen der jungen Menschen zu ihrer beruflichen Zukunft. Spannende Einblicke in Berufe gab es dort – allerdings nur virtuell – mit den Virtual-Reality-Brillen.

 

Durchgeführt wurde die Nacht der Ausbildung gemeinsam von der Arbeitsagentur Mülheim, dem Mülheimer U25-Haus des Jobcenters sowie der städtischen Koordinierungsstelle „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Mitarbeitende aller Partner waren die gesamte Zeit vor Ort und unterstützten die jungen Menschen in den Shuttle-Bussen bei der persönlichen Wegplanung oder den Arbeitgeber vor Ort bei den Besuchen der Jugendlichen. Wie schon in den letzten Jahren, war auch dies das Erfolgsrezept, das von den Betrieben und den jungen Menschen gelobt wurde.

 

Die Rückmeldungen der jungen Menschen machten das deutlich: „Das Format ist super, weil man intensiveren Kontakt zu den Arbeitgebern hat, als auf den klassischen Messen oder Schulveranstaltungen!“ / „Heute habe ich an einem Nachmittag so viele Informationen bekommen, die mir nun weiterhelfen, mich richtig zu entscheiden und zu bewerben.“ / „Ich habe mich sehr aufgehoben gefühlt!“/ „Wann ist die nächste Nacht der Ausbildung?“ 

 

Auch die Betriebe gaben ein tolles Feedback und lobten die Organisation und Durchführung des Events. Viele konnten an dem Nachmittag tolle Kontakte zu interessierten jungen Menschen knüpfen, Bewerbungsunterlagen entgegennehmen und auch schon erste Praktika vereinbaren! Eine runde Sache – für alle Beteiligten!