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Es geht los: Oberhausen macht den Fußverkehrs-Check NRW 2024

Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und deshalb soll das Gehen in Oberhausen nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ ist die Stadt Oberhausen vom NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als Teilnehmerin ausgewählt worden. Oberhausen ist seit 2016 Mitglied in dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung.

16.04.2024
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Mitte) mit den Vertreterinnen und Vertretern der ausgewählten Städte und Gemeinden sowie des Zukunftsnetzes Mobilität NRW. (Foto: Zukunftsnetz Mobilität NRW/Smilla Dankert)

Gehen hält fit und ist gut fürs Klima“, sagte Minister Oliver Krischer bei der Urkundenübergabe im NRW-Verkehrsministerium am vergangenen Freitag, 12. April 2024. „Um sicher und bequem zur Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen zu gehen, brauchen wir fußgängerfreundlich gestaltete Wege und Plätze. Mit den ,Fußverkehrs-Checks‘ unterstützen wir Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen dabei, Fußwege attraktiver und sicherer zu machen. Ich freue mich, dass jetzt zwölf weitere Kommunen – von der rheinischen Stadt Leverkusen bis zur Stadt Löhne im Kreis Herford – unser Angebot annehmen. Gemeinsam sorgen wir für eine höhere Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land.“

Gemeinsamer Einsatz für Fußgängerinnen und Fußgänger

Die Fußverkehrs-Checks NRW sind ein Angebot des Zukunftsnetzes Mobilität NRW. Oliver Wittke, Sprecher des Vorstands der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR), erklärt: „Ohne Fußweg kein ÖPNV und andersrum. Im VRR betrachten wir die Rahmenbedingungen: Wie ist die Situation vor Ort? Wie und mit welchen Maßnahmen können die Belange von Fußgängern besser berücksichtigt werden? Wichtig ist das insbesondere beim Aufbau von Mobilstationen. Uns ist wichtig, als Träger der Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetzes Mobilität NRW die Förderung des Fußverkehrs auf kommunaler Ebene zu unterstützen.“ Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und den Oberhausener Bürgerinnen und Bürgern kann so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden.

Um einen professionellen und zielführenden Ablauf zu gewährleisten, begleitet und moderiert ein Fachbüro den Prozess und wertet die Ergebnisse aus, damit die Stadtverwaltung Oberhausen bei Bedarf daraufhin konkrete Maßnahmen umsetzen kann. 38 Kommunen hatten sich landesweit beworben, zwölf bekamen den Zuschlag. Für sie ist der gesamte Check kostenlos, er wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Konkrete Pläne in Oberhausen

Für Oberhausen gibt es schon konkrete Pläne. „Wir werden rund um den Hauptbahnhof Oberhausen ansetzen – ein Ort mit besonderer Bedeutung für den Fußverkehr. Ob das Einkaufen in Alt-Oberhausen, der Umstieg beim Pendeln oder das Aufsuchen des Rathauses, vieles spielt sich in diesem dichten Bereich für Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner ab“, betont Dr. Thomas Palotz, Beigeordneter der Stadt Oberhausen. „Durch den professionellen Check und die Begleitung durch ein Fachbüro bekommen wir die Chance, mehr für die Fußverkehrsförderung zu leisten und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung voranzutreiben.“

Bewährte Methode für Kommunen

Seit 2019 bietet das Zukunftsnetz Mobilität NRW seinen Mitgliedern den Fußverkehrs-Checks NRW an. Die bewährte Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – sie geben den Teilnehmenden vor Ort die Gelegenheit, Probleme anzusprechen, Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren. Es folgen eine Stärken-Schwächen-Analyse sowie die Erstellung eines Maßnahmenplans mit Prioritäten, die gemeinsam von Bürgerinnen und Bürgern sowie Expertinnen und Experten erarbeitet werden.

Ein Planungsbüro begleitet die verschiedenen Etappen, moderiert die Veranstaltungen, bündelt die Themen und fasst die Ergebnisse zusammen. Zum Abschluss bekommt jede teilnehmende Kommune eine Auswertung und Handlungsempfehlung. Die Umsetzung ist freiwillig, das Zukunftsnetz Mobilität NRW berät die Kommunen auf Wunsch zur Generierung möglicher Fördermittel. Die Kosten des Checks werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen übernommen.