Kunst & Kultur | Stadtgespräch
Jüdische Kulturtage in Oberhausen
Vom 5. Juni bis 1. Juli 2026 steht Oberhausen im Zeichen der jüdischen Kulturtage. Die Veranstaltungsreihe, organisiert vom Arbeitskreis Antisemitismuskritische Arbeit in Bildung und Kultur, bietet einen vielfältigen Blick in die Vielfalt jüdischer Kultur in Oberhausen. „Zwischen Tradition und Moderne, Ernsthaftigkeit und Humor, Musik, Literatur und Performance entsteht ein eindrucksvolles Panorama künstlerischer Ausdrucksformen“, beschreibt Kulturdezernent Apostolos Tsalastras die jüdischen Kulturtage und lädt alle Interessierten zu dem vielfältigen Programm ein. „Oberhausen steht für Vielfalt, für ein respektvolles Zusammenleben und für eine lebendige Kulturlandschaft. Die Jüdischen Kulturtage sind ein wichtiger Bestandteil dieses Selbstverständnisses und laden Menschen unterschiedlichster Hintergründe ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und Kultur gemeinsam zu erleben“, so Tsalastras weiter. Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch Mittel der Antisemitismusprävention der Stadt Oberhausen.
Das Programm im Überblick:
Rundgang zur jüdischen Geschichte Holtens
Freitag, 5. Juni 2026, 12 bis 13:30 Uhr, Treffpunkt Holtener Marktplatz
Im Rahmen der Exkursionsreihe „Spannende Orte“ bieten VHS und Arbeit und Leben Oberhausen gemeinsam mit der Gedenkhalle einen historischen Rundgang ehemaligen jüdischen Lebens in Holten an. Der Rundgang führt zur Synagoge, zwei Friedhöfen und weiteren Orten. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da es auf den Friedhöfen keine befestigten Wege gibt. Außerdem sollten männliche Teilnehmer für die Besichtigung des Friedhofes an eine Kopfbedeckung denken. Der Rundgang ist nicht barrierefrei. Anmeldung: Eine vorherige Anmeldung (per E-Mail: vhs@oberhausen.de oder Telefon 0208 825-2385) ist erforderlich. Die Teilnahme kostet 6 Euro.
Konzert mit der Amsterdam Klezmer Band
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr, Theater Oberhausen
Die Amsterdam Klezmer Band ist eine der führenden Größen in der modernen Klezmer-Szene. Was vor mehr als 25 Jahren als Straßenmusikprojekt begann, hat sich zu einer international gefeierten Band entwickelt, die ihre einzigartige Mischung aus Tradition und Innovation in die Welt hinausträgt: Eine kraftvolle Dosis Klezmer, durchzogen von Jazz, Balkanrhythmen, Gypsy-Einflüssen und einer ordentlichen Portion zeitgenössischer Energie. Kostenlose Platzkarten sind erhältlich über die Theaterkasse und unter www.theater-oberhausen.de
Konzertante Lesung „Sag, dass Jerusalem ist“
Donnerstag, 11. Juni 2026, 18 Uhr, Zentrum Altenberg/Schlosserei, Hansastraße 20
In der Lesung, die von der Oberhausener Gedenkhalle veranstaltet wird, geht es um die Wiederbegegnung von Paul Celan und Ilana Shmueli seit ihrer Jugendzeit in Czernowice: Die jungen Erwachsenen erleben die Zeit der Shoah
mit ihren Familien unterschiedlich und das wird auch ihr Leben prägen. Mit Werken von Felix Mendelssohn, Maurice Ravel, Gustav Mahler, Pavel Haas, Viktor Ullmann, Ilse Weber, Hans Krasa und Gideon Klein. Texte: Briefkorrespondenz Paul Celan und Ilana Shmueli, Jerusalemgedichtzyklus Celan, Reflexionen von Ilana Shmueli.
Lesung und Gespräch – Arno Frank: Ginsterburg
Freitag, 12. Juni 2026, 19 Uhr, Gdanska, Gutenbergstraße 8
1935, 1940, 1945 – in diesen drei Jahren lässt Arno Frank seine Leser am Geschehen in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg am Main teilhaben. Multiperspektivisch schildert er das Einsickern des nationalsozialistischen Giftes, das für die einen zunächst zum Lebenselixier und am Ende für alle tödlich wird. Gründlich recherchiert und mit Dokumenten angereichert, schildert der Text feinfühlig und atmosphärisch dicht, wie sich die Bewohner Ginterburgs arrangieren, wie sie profitieren, wie sie leiden – die „Banalität des Bösen“ in Romanform. Veranstalter ist das Literaturhaus Oberhausen in Kooperation mit dem Theater Oberhausen, Eintritt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Aktion Abrahams Zelt
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18 Uhr, Liberale Jüdische Gemeinde „Perusch“, Friedensplatz 15
Es ist bekannt, dass Abraham in der Wüste ein Zelt errichtete, das jeder Reisende betreten konnte, um sich dort auszuruhen und kostenlos zu essen und zu trinken. Auf diese Weise brachte Abraham seine Ansichten und die jüdischen Regeln, allen voran die Gastfreundschaft, zum Ausdruck. Mit dieser Aktion möchten wir uns vorstellen und die Bürger in unser „Zelt“ einladen. Sie sind herzlich eingeladen, sich zu erholen und etwas zu essen und zu trinken. Gleichzeitig können Sie unsere Gemeinde kennenlernen, die symbolische Klagemauer besichtigen und verschiedene Aspekte unseres Lebens erfahren. Eine Anmeldung per E-Mail (kontakt@perusch.de) ist erforderlich.
Vortrag „Maloche, Maloche, Maloche“
Mittwoch, 24. Juni 2026, 19 Uhr, kitev – Kultur im Turm e.V, Leerstand, Willy-Brandt-Platz 1
Leonard Schmidt-Dominé ist Konzeptkünstler und Aktivist und hält Vorträge im politischen wie künstlerischen Bereich. Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen wie auf der documenta15 Kassel, Langen Foundation Neuss, Kunstverein Düsseldorf, Alte Münze Berlin, Beautiful Distress House Amsterdam oder La Bemba Buenos Aires gezeigt. In seinem Vortrag im kitev Oberhausen geht er auf Spurensuche, wie das Jiddische in die deutsche Sprache gelang und warum wir oft gar nichts davon wissen. Zudem werden Einblicke gegeben in das Spiel mit Sprache und speziell Jiddismen in der Kunst anhand eigener Arbeiten des Künstlers.
Besuch der jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen und Synagogenführung
Donnerstag, 25. Juni 2026, 10:15 bis ca. 14 Uhr / Mittwoch, 1. Juli 2026, 14:15 bis ca. 18 Uhr
Treffpunkt Touristikhaltestelle am Hauptbahnhof Oberhausen
VHS und Gedenkhalle bieten die Möglichkeit eines gemeinsamen Besuchs der Jüdischen Gemeinde und Synagoge in Duisburg an. Vor Ort gibt es die Gelegenheit, mehr über das jüdische Leben in Duisburg und Deutschland zu erfahren, Einblicke in die Geschichte und Funktion der Synagoge zu erhalten, die Grundlagen der jüdischen Religion, Bräuche und Traditionen sowie die Abläufe während des Gottesdienstes kennenzulernen. Das Angebot findet in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen statt und ist kostenfrei (inkl. Fahrtkosten). Alle Teilnehmer werden gebeten, einen amtlichen Lichtbildausweis bei sich zu führen, alle Herren bitte eine Kopfbedeckung zu tragen. Die Anreise erfolgt gemeinsam mit dem Bus. Eine vorherige Anmeldung (per E-Mail vhs@oberhausen.de oder Telefon 0208 825-2385) unter Angabe von Namen und Kontaktdaten ist unbedingt erforderlich
Klezmer Punk aus Tel Aviv: Jewish Monkeys
Donnerstag, 25. Juni 2026, 19 Uhr, Zentrum Altenberg/Schlosserei, Hansastraße 20
Mitreißend, unangepasst und unwiderstehlich tanzbar: Die Jewish Monkeys verbinden Klezmer, Punk, Ska, Balkan-Brass und Rock zu einem energiegeladenen Live-Erlebnis voller Witz und musikalischer Virtuosität. Mit feiner Ironie und großer Spielfreude feiern sie die Vielfalt jüdischer Kultur – überraschend, klug und garantiert alles andere als gewöhnlich.
Öffentlicher Schabbat
Freitag, 26. Juni 2026, 18 Uhr, Liberale Jüdische Gemeinde „Perusch“, Friedensplatz 15
Die jüdische Gemeinde lädt ein, den Schabbat gemeinsam zu feiern. Der Gottesdienst wird vom Gemeinde-Rabbiner Stefan Tiwy geleitet. Im Anschluss findet der Kidusch statt. Sie wissen nicht, was dieser unbedingte Teil des Festes mit traditionellen Segenssprüchen, Essen und Trinken bedeutet? Möchten Sie das interessante Unterhaltungsprogramm kennenlernen? Dann melden Sie sich an per E-Mail (kontakt@perusch.de.). Bitte beachten Sie, dass 50 Prozent der Gäste aus dem Kreis der Freunde der Gemeinde eingeladen werden. Für die übrigen 50 Prozent der Plätze ist eine schnelle Anmeldung erforderlich. Wir freuen uns darauf, die 301889. Woche seit Beginn der Weltschöpfung gemeinsam zu erleben.
Theaterstück: Das Kind von Noah
Mittwoch, 1. Juli 2026, 12 Uhr, Bertha von Suttner-Gymnasium/Aula, Bismarckstraße 53
„Noah, das bist von nun an du“, sagt Pater Bims zu seinem Schützling Josef, dem siebenjährigen kleinen Jungen, der die Shoah auf dem Land in Belgien in einem Internat überlebt. Éric-Emmanuel Schmitts bewegender Monolog zeichnet die Kindheit im Schatten der Shoah nach, würdigt die Rettung durch christlich-jüdische Solidarität und macht die psychischen Folgen erlebbar. Eine Hommage an alle Menschen, die wie Pater „Pater Bims“ handelten – in Yad Vashem geehrt als Gerechter unter den Völkern – und an die Kraft der Erinnerung. Ein Theaterstück über Identität, Rettung und das Überleben der Shoah. Für Jugendliche ab Klasse 7 geeignet.
Jam Session meets Perusch
Mittwoch, 1. Juli 2026, 18 Uhr, Museumsbahnsteig, Hauptbahnhof
Die liberale jüdische Gemeinde „Perusch” ist seit über 20 Jahren auf der Karte von Oberhausen verzeichnet. In dieser Zeit hat sie das Kulturleben der Stadt maßgeblich mitgeprägt: Mit ihrem Chor, Theater, Kinder- und Erwachsenentanzgruppen, der Musikband, dem ukrainischen Chor … Was sie für die Tage der jüdischen Kultur vorschlagen wird, wissen wir nicht. Wir freuen uns aber schon darauf.