Stadtgespräch
Stadt Oberhausen fördert Projekt für mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum – Rollstuhlnutzende können sich beteiligen
Wie barrierefrei ist der Weg zur Bushaltestelle, zum Supermarkt, zur Arztpraxis oder in den Park wirklich? Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen entscheidet diese Frage oft darüber, ob sie selbstständig am Alltag teilnehmen können. Mit dem Projekt Accessible City, was für eine zugängliche Stadt steht, sollen Barrieren im öffentlichen Raum künftig besser erkannt und gezielter abgebaut werden. Das Projekt wird vom Co-Creation-Fund: Gemeinsam smart der Stadt Oberhausen und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert.
Accessible City entwickelt eine datenbasierte Lösung für mehr Barrierefreiheit in Städten. Gemeinsam mit Rollstuhlnutzenden werden alltägliche Wege erfasst. Die App zeichnet Bewegungsdaten auf und hilft dabei, Hindernisse und schwierige Wegeführungen sichtbar zu machen. Dazu können zum Beispiel zu hohe Bordsteine, kaputtes Pflaster, fehlende Absenkungen, Baustellen ohne geeignete Umleitung oder andere Hindernisse gehören.
Die Daten werden anonymisiert ausgewertet. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich. Ziel ist es, aus einzelnen Alltagserfahrungen ein genaueres Bild davon zu bekommen, wo Barrieren im Stadtgebiet bestehen und wo Verbesserungen besonders wichtig sind.
Der Handlungsbedarf ist groß. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland rund 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen. Viele Menschen sind auf Rollstühle, Rollatoren oder andere Gehhilfen angewiesen. Durch den demografischen Wandel wird die Zahl der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen weiter steigen. Barrierefreiheit ist deshalb nicht nur ein Thema für einzelne Gruppen, sondern ein wichtiger Bestandteil einer lebenswerten Stadt für alle Generationen.
Städte wollen Barrieren abbauen. In der Praxis fehlt jedoch häufig eine genaue Datengrundlage. Nicht immer ist bekannt, welche Wege im Alltag tatsächlich genutzt werden, wo Hindernisse regelmäßig auftreten und welche Maßnahmen besonders dringend sind. Hier setzt das Projekt an.
In der ersten Projektphase wurde bereits ein App-Prototyp entwickelt. Erste Testdaten wurden erhoben und ein Netzwerk aus Partnerinnen, Partnern und Fachleuten aufgebaut. In der aktuellen Phase wird das Projekt weiterentwickelt. Neben der App entsteht eine Analyseplattform, die die gesammelten Daten in Karten, Auswertungen und konkrete Entscheidungsgrundlagen überführt. Diese Informationen können später unter anderem von Verwaltung, Stadtplanung und Öffentlichkeit genutzt werden, um Barrierefreiheit gezielter zu verbessern.
Das Projekt wird aktuell unter anderem in Oberhausen erprobt. Weitere Rollstuhlnutzende werden gesucht, die die App im Alltag testen und ihre Erfahrungen einbringen möchten. Wer mitmacht, hilft dabei, Barrieren sichtbar zu machen und die Stadt Schritt für Schritt zugänglicher zu gestalten.
Die Teilnahme ist freiwillig. Interessierte können die App nutzen, Wege aufzeichnen und Rückmeldungen geben: Was funktioniert gut? Wo gibt es Schwierigkeiten? Welche Funktionen fehlen noch? Das Projektteam unterstützt bei Bedarf beim Einstieg und bei der Installation der App.
Weitere Informationen zum Projekt und zur Teilnahme gibt es unter accessible-city.de oder per E-Mail an info@accessible-city.de.
Das Reel zum Projekt ist auf YouTube abrufbar: Stadt Oberhausen fördert Projekt für mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum – YouTube