Stadtgespräch

Ukrainekrieg: Themenwoche unter dem Motto „Jugend zwischen Freiheit und Krieg in der Ukraine“

Zum vierten Mal wird in Oberhausen an den vollumfänglichen Angriff Russlands auf die Ukraine erinnert. In diesem Jahr geschieht dies im Rahmen einer Themenwoche vom 23. Februar bis 1. März 2026, die vom Büro für Interkultur, Kultur im Turm e.V. und dem Verein Gromada e.V. gemeinsam unter dem Motto „Jugend zwischen Freiheit und Krieg in der Ukraine“ veranstaltet wird.

23.02.2026

„Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seit vier Jahren verteidigen sich Ukrainerinnen und Ukrainer gegen Gewalt, Zerstörung und den Verlust von Freiheit, Kultur und Zukunft. Der Krieg hat tiefgreifendes Leid verursacht und prägt das Leben einer ganzen Generation, auch in unserer Partnerstadt Saporischschja. Unsere Freundinnen und Freunde unterstützen wir mit allen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen“, erklärt Oberbürgermeister Thorsten Berg.

 

So unterstützt die Stadt Oberhausen seit vier Jahren ihre ukrainische Partnerstadt Saporischschja fortwährend mit humanitären Hilfen während des russischen Angriffskrieges. Zum einen fahren in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Oberhausen hilft e.V. regelmäßig Hilfstransporte nach Saporischschja, die der Verein überwiegend durch Spenden aus der Oberhausener Bevölkerung finanziert. Zum anderen akquiriert das städtische Büro für Interkultur immer wieder Fördermittel und Sachgüter vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die die Resilienz der Bevölkerung von Saporischschja stärken sollen.

 

Kulturdezernent Apostolos Tsalastras ergänzt: „Neben unseren humanitären Hilfen wollen wir den Fokus mit unserer Themenwoche bewusst auf junge Menschen legen: Wie erleben Jugendliche den Krieg nach vier Jahren? Welche Spuren hat er hinterlassen? Welche Hoffnungen, Ängste und Zukunftsbilder tragen sie in sich? Ich lade alle herzlich ein, sich das vielfältige Programm mit Fotoausstellung, Konzert und Filmabend anzuschauen.“

 

Programm der Themenwoche „Jugend zwischen Freiheit und Krieg in der Ukraine“

 

Eröffnung der Ausstellung „Youth of Ukraine – Fotografien von Fabian Ritter“ am Montag, 23. Februar 2026, 18 Uhr 

Die fotografische Arbeit „Youth of Ukraine“ (2022–2025) gibt einen eindringlichen Einblick in den Alltag und die Gefühlswelt junger Ukrainerinnen und Ukrainern im Krieg. Zwischen Hoffnung, Angst und dem Wunsch nach Normalität dokumentiert die Serie eine Generation, die vom Krieg geprägt ist – ohne darauf reduziert zu werden. Die Arbeiten entstanden zwischen März 2022 und September 2025, vielfach unabhängig von Aufträgen, wurden jedoch international in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht. Zum vierten Gedenktag wird ein kuratierter Ausschnitt der Serie in der Unterhaus GALERIE gezeigt.

 

Öffnungszeiten der Unterhaus GALERIE, Friedrich-Karl-Straße 4, 46045 Oberhausen

24. Feburar 2026, 19 bis 21 Uhr

25. Feburar 2026 bis 1. März 2026, 16 bis 20 Uhr

 

Konzert „Eret“ im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Montag, 23. Februar 2026, 18 Uhr

„Eret“ ist eine ukrainische Rockband aus Oberhausen bestehend aus vier Jugendlichen im Alter von 16 bis 17 Jahren. Die Band verbindet Soft Rock, Rock und Pop und besteht seit etwa einem Jahr.

Besetzung: Dima und Boris (Gitarre), Amir (Schlagzeug), Evgenia (Gesang).

 

 

Demonstration am Dienstag, 24. Februar 2026, 18 Uhr

Demonstration gegen den Krieg in der Ukraine organisiert von Gromada e.V. auf dem Saporischschja-Platz mit Ansprache von Bürgermeister Werner Nakot

 

Ausstellung Fabian Ritter und Küche für alle in der Unterhaus GALERIE am Dienstag, 24. Februar 2026, 19 bis 21 Uhr

 

Filmscreening am Samstag, 28. Feburar 2026, 16 bis 21 Uhr, Leerstand Willy-Brandt-Platz 1, 46045 Oberhausen

Filmscreening zum Thema „Jugend zwischen Freiheit & Krieg in der Ukraine“ und gemeinsames Essen gekocht von Gromada e.V. Kulturdezernent Apostolos Tsalastras wird die Veranstaltung eröffnen.

 

Gezeigt werden zwei Kurzfilme, die die ukrainischen Jugendlichen Zlata, Mariana, Alisa, Maksym, Alessandra, Evelina, Lisa, Alex und Nastia im Rahmen des Medienprojekts Wuppertal realisiert haben:

 

„Festung“, 2025: Zwei junge Ukrainer treffen sich zufällig auf einem Feld. Um nicht alleine in ihrer Angst zu bleiben, beschließen sie, sich zu helfen.

„Täglich vergessen“, 2025: Eine junge Ukrainerin versucht die Kriegsbilder ihres Landes zu vergessen. Aber es ist schwierig.

 

Im Anschluss folgt der Film „Landslide“ (2016) des ukrainischen Künstlers Oleksiy Radynski. Der Film zeichnet ein Porträt postrevolutionärer Ukraine und erzählt von Gemeinschaften, die in den Rissen eines kollabierenden sozialen Systems neue Formen des Zusammenlebens suchen.

 

Oleksiy Radynski (1984, Ukraine) ist Filmemacher und Autor und lebt in Kiew. Seine Filme experimentieren mit dokumentarischen Formen und Praktiken des politischen Kinos. Sie wurden weltweit auf Filmfestivals und in Ausstellungen gezeigt, darunter das Internationale Filmfestival Rotterdam, die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, das Institute of Contemporary Arts (London), e-flux (New York), Docudays (Kiew), das Sheffield Doc Fest, das Krakow IFF und die DOK Leipzig. Seine Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Grand Prix der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen für Chornobyl 22.

 

Gästegruppe aus Saporischschja von Montag, 23. Februar, bis Montag, 9. März 2026

Eine Gruppe von jungen Kanuten mit ihren Trainerinnen aus Saporischschja wird in Oberhausen zu Gast sein. Insgesamt umfasst die Gruppe 15 Personen. Gastgeber ist der Oberhausener Kanuverein, der für die Gruppe sein Equipment für das Training auf dem Rhein-Herne-Kanal zur Verfügung stellen wird. Unterstützt wird der Aufenthalt von der EVO (Sponsoring) und verschiedenen Bereichen der Stadt (Feuerwehr, Soziales, Sport, Büro für Interkultur).