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Blau-grüner Wandel der Bahnhofstraße: Nachgefragt!
Die Neugestaltung der Bahnhofstraße in Sterkrade wird die Innenstadt in den kommenden jähren prägen. Bürgerinnen und Bürger, Gewerbebetreibende und Projektverantwortliche kommen bei Bauzaungesprächen und Baustellenstammtischen ins Gespräch. Dabei werden viele Fragen gestellt. Wir haben zentrale Antworten zum Projekt zusammengefasst.
Warum wird die Bahnhofstraße an das sich verändernde Klima angepasst?
Der Klimawandel stellt Kommunen vor besondere Herausforderungen: Starkregen und Überschwemmungen, Trockenphasen und tropische Nächte nehmen zu und Städte heizen sich immer weiter auf. Von diesen Problemen ist Sterkrade schon heute besonders betroffen. Daher ist es ist höchste Zeit, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die Lebensqualität zu schützen. Sterkrade wird durch den blau-grünen Wandel „fit für die Zukunft“. Das Projekt bringt mehrere ökologische Vorteile mit sich, z. B. eine höhere Wasserqualität, ein geringeres Hochwasserrisiko, mehr Grünflächen, ein besseres Klima vor Ort und die Förderung der Artenvielfalt.
Wann beginnt der blau-grüne Wandel?
Die Maßnahmen werden voraussichtlich im Oktober 2026 beginnen. Es handelt sich um den Bau des Reinwasserkanals der Emschergenossenschaft und des Mischwasserkanals der WBO sowie die klimaangepasste und städtebauliche Umgestaltung der Bahnhofstraße.
Bis wann dauert der Umbau?
Der Kanalbau der Emschergenossenschaft ist bis Ende 2027 abgeschlossen: Eine Trennung von Schmutz- und Reinwasser ist ab 2028 verpflichtend vorgeschrieben. Die Schaffung einer klimaangepassten Innenstadt sowie die städtebauliche Neugestaltung der Bahnhofstraße werden bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Warum wird schon vor dem Start des blau-grünen Wandels im Herbst in der Bahnhofstraße gebaut?
Als Voraussetzung für den Umbau der Bahnhofstraße zum Klima. Quartier werden aktuell Versorgungsleitungen neu verlegt. Das ist notwendig, um Platz für den Kanalbau von Emschergenossenschaft und WBO zu schaffen. Damit hat der Wasserversorger RWW im Herbst 2025 begonnen. Mitte Juli haben die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt begonnen: Zwischen Christinestraße und Center Point erneuern RWW, Westnetz und evo ihre Leitungen. Damit nicht jeder Versorger seine eigene Baugrube aufmacht, werden die Arbeiten effizient gebündelt.
Die Umgestaltung wird das Erscheinungsbild der Innenstadt deutlich aufwerten. Wie werden die neuen Flächen gepflegt und sauber gehalten?
Mit der Umgestaltung sind höhere Anforderungen an Pflege und Unterhaltung verbunden. So muss beispielsweise der Wasserlauf in den Sommermonaten einmal am Tag ausgekehrt werden und auch die Pflanzflächen benötigen eine kontinuierliche Pflege und Bewässerung. Hinzu kommt die Reinigung der gepflasterten Bereiche. Die dadurch entstehenden Mehrkosten wurden bei den Planungen berücksichtigt. Zudem ist schon heute ein Quartiersverantwortlicher regelmäßig im Stadtteil unterwegs und kümmert sich um Sauberkeit und Ordnung. Dieses Engagement soll auch künftig dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt dauerhaft zu sichern.
Welches Pflaster wurde für die neue Sterkrader Innenstadt ausgesucht?
Die neue Pflasterung wird das Bild der Bahnhofstraße deutlich verändern. Sie wertet die Innenstadt nicht nur optisch auf, sondern bringt auch ökologische Vorteile mit sich: Das verwendete Betonsteinpflaster wird nachhaltig hergestellt und die versickerungsfähigen Flächen sorgen dafür, dass Regenwasser besser aufgenommen werden kann. So wird eine vollständige Versiegelung der Fläche vermieden. Für ein lebendiges Erscheinungsbild kommen Pflastersteine in verschiedenen Größen und in warmen Beige- und Sandtönen zum Einsatz. Vor den Geschäften setzt ein kleineres, dunkleres Pflaster optische Akzente und schafft einen ansprechenden Übergang zwischen Straße und Ladenlokalen. Der Bereich für Bäume, Grünflächen, Sitzbänke, Spielangebote und Außengastronomie erhält ein Natursteinpflaster mit begrünten Fugen.
Wie wird der neue Wasserlauf gespeist?
Der Wasserlauf wird über eine unterirdische Brunnen- und Pumpenanlage betrieben. Das Wasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislaufsystem. Gespeist wird die Anlage mit Regenwasser. Die Zisterne ist so groß, dass ein Puffer für die Verdunstung an heißen Tagen vorhanden ist. Um die Wasserqualität dauerhaft sicherzustellen und den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden, wird das Wasser aufbereitet und unter anderem gechlort.
Wie kann der Wasserlauf überquert werden?
Der Wasserlauf wird an mehreren Stellen mit Rosten abgedeckt, damit Fußgängerinnen und Fußgänger ihn überqueren können. In Abschnitten werden der Wasserlauf und die Roste überfahrbar gestaltet, z. B. an der Einmündung der Ramgestraße und für Veranstaltungen wie die Kirmes. Bei Großveranstaltungen soll der gesamte Wasserlauf abgedeckt werden, um Unfälle zu vermeiden.
Ist während der Bauarbeiten sichergestellt, dass Geschäfte sowie Anwohnerinnen und Anwohner weiterhin von Lieferdiensten und Anlieferverkehr erreicht werden können?
Ja. Die Bahnhofstraße bleibt grundsätzlich für den Anlieferverkehr erreichbar, allerdings nur zu bestimmten Zeiten. Die Bahnhofstraße wird also nicht durchgängig befahrbar sein.
Können Parkgebühren während der Umbaumaßnahmen ab Herbst 2026 ausgesetzt werden?
Die Stadt Oberhausen prüft derzeit, ob die Parkgebühren während des Innenstadtumbaus vorübergehend ausgesetzt werden können. Ein entsprechender Antrag aus der Politik wurde bereits bei der zuständigen Bezirksvertretung eingereicht