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Essen zum mitnehmen – jetzt auch ohne Müll?

Wer sein Essen gerne mal bestellt oder im Lieblingsrestaurant um die Ecke abholt, der kennt das: Es ist zwar äußerst praktisch, das Essen im Vorbeigehen mitzunehmen, aber leider bleibt nach der Mahlzeit eine Menge Müll zurück. Der Standard sind bislang Verpackungen aus Plastik, Alufolie oder Karton, die nicht wiederverwendet werden können. So entstehen in Deutschland bis zu 770 Tonnen Verpackungsmüll durch „Take-away“ – und das jeden Tag!

30.05.2023

Es liegt also auf der Hand, dass hier ein riesiges Potenzial zur Müllvermeidung und somit zum Ressourcenschutz liegt – das nun auch in ein Gesetz gegossen wurde. Seit dem 1. Januar 2023 müssen Gastronomiebetriebe, die Essen und Getränke zum Mitnehmen anbieten, dafür auch eine Mehrwegoption anbieten. Diese Option darf für die Kundinnen und Kunden nichts extra kosten, es kann aber ein Pfand auf Mehrwegverpackungen erhoben werden. Betriebe mit weniger als sechs Mitarbeitenden und höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche sind allerdings von der Pflicht ausgenommen – es sei denn, die Filialen gehören zu einer Kette. Die kleineren Betriebe sind aber dazu verpflichtet, mitgebrachte Behältnisse auf Kundenwunsch zu befüllen, sofern diese geeignet und sauber sind.

In der Praxis läuft es bislang wohl noch nicht so rund. Etwa die Hälfte der Betriebe hielten sich laut einer von Greenpeace im Januar durchgeführten Recherche noch nicht an die geltende Mehrweg-Angebotspflicht. Aber es gibt auch positive Beispiele wie die Gastronomiekette MoschMosch, die in Oberhausen mit einer Filiale an der Centro-Promenade ansässig ist und bereits seit 2021 verschiedene Mehrwegsysteme getestet hat. Mittlerweile bietet die Kette in allen ihrer bundesweit elf Filialen ein Mehrwegpfandsystem eines bekannten Herstellers an, sodass die Gäste davon profitieren, die Behälter auch bei anderen Kooperationsbetrieben des Anbieters zurückgeben zu können. Gut zu wissen: Es ist nicht nötig, die Pfandbehälter selbst zu spülen. Das erledigen die Gastronomiebetriebe – auch um die hohen Hygienestandards in der Küche einzuhalten.

Was können wir alle tun, um „Take-away“-Müll zu vermeiden? Zunächst erfordert eine solche Veränderung natürlich Zeit, um neue Routinen einzuspielen – und das sowohl vor als auch hinter der Theke. Aber jeder einzelne Oberhausener und jede Oberhausenerin kann einen Teil dazu beitragen. Fragen Sie das nächste Mal doch einfach im Café, im Restaurant oder bei der Essensbestellung nach einer Mehrwegverpackung und lehnen Sie Einwegverpackungen ab – der Umwelt zuliebe.

Dass Mehrwegverpackungen gespült werden müssen, ändert nichts daran, dass sie nachhaltiger sind als Einwegverpackungen. Zwar schlägt die Reinigung in der Umweltbilanz negativ zu Buche, trotzdem sind Mehrwegbehälter ökologisch vorteilhafter – gerade dann, wenn sie häufig genutzt werden. Mehrwegbehälter schneiden in der Klimabilanz nach zehn Nutzungen besser ab als die Einwegverpackungen und können bis zu 500-mal wiederverwendet werden.