Stadtgespräch

Kinderschutz im Dialog: erste Netzwerkkonferenz in Oberhausen

Rund 120 Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen sind am Mittwoch, 25. März 2026, in Oberhausen zur Netzwerkkonferenz Kinderschutz zusammengekommen.

08.04.2026
Blick ins Auditorium der Netzwerkkonferenz. (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)

Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch zwischen den Fachleuten zu stärken, bestehende Kooperationen sichtbar zu machen und Impulse für die Weiterentwicklung des Netzwerks zu setzen. Die Konferenz soll mindestens einmal im Jahr stattfinden.

Nach einem Grußwort durch den Bereichsleiter Kinder, Jugend und Familie, Benjamin Roth, eröffnete der Netzwerkkoordinator Kinderschutz der Stadt Oberhausen, Olaf Pütz, die Konferenz mit einem ersten inhaltlichen Beitrag. Dabei betonte er die zentrale Bedeutung einer gut funktionierenden Zusammenarbeit im Kinderschutz: „Kinderschutz beginnt nicht im Ernstfall – sondern in der Qualität unserer Zusammenarbeit davor.“

Im Anschluss folgte ein Impulsreferat von Nina Maas vom Institut Lüttringhaus. Unter dem Titel „Kinderschutz braucht gemeinsames Handeln“ verdeutlichte sie, dass wirksamer Kinderschutz nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure gelingen kann.

Einen praxisnahen Einblick in die Arbeit vor Ort gab anschließend Ramona Flöder-Kortz, Fachbereichsleiterin der Erzieherischen Hilfen in Oberhausen. Sie stellte heraus, dass sich die Erzieherischen Hilfen als aktiver Partner im Netzwerk verstehen: „Die gesellschaftlichen Veränderungen haben sich in den letzten Jahren schneller vollzogen, als sich die Jugendhilfe hätte mitentwickelten können. Deswegen sind jede Vernetzung und Kooperation, egal wie klein, wichtig für ein starkes Netzwerk. Gelebter Kinderschutz beginnt nicht in der Krise, sondern davor“.

Nach einer Pause folgte eine intensive Arbeitsphase. In gemischten Gruppen diskutierten die Teilnehmenden zentrale Fragestellungen rund um das Netzwerk. Die Ergebnisse wurden anschließend zusammengeführt.

Zum Abschluss berichteten Vertreterinnen aus Duisburg und Mülheim in einer Podiumsdiskussion von ihren Erfahrungen. Nach einem Schlusswort von Olaf Pütz endete die Veranstaltung nach rund dreieinhalb Stunden.

Dank der Landesförderung NRW konnte ein angenehmer Rahmen geschaffen werden, der von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen wurde.

Die Konferenz hat gezeigt: Kinderschutz gelingt nur gemeinsam.

Stadtgespräch | Tourismus & Wirtschaft

Oberhausen und Mersin gemeinsam für Demokratie und Rechtstaatlichkeit

Der deutsch-türkische Städtepartnerschaftsgipfel am 8. April in Istanbul war noch von Ekrem İmamoğlu geplant worden und sollte Ausdruck der 100-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sein. Nach der Verhaftung und Suspendierung des Istanbuler Oberbürgermeisters İmamoğlu war klar: Der Fokus des vom Deutschen Städtetag und Türkischen Städtetag organisierten und vom Auswärtigen Amt unterstützten Gipfels muss ein klares Zeichen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sein.

25.04.2025
Die Delegationen aus Oberhausen und Mersin v. li.: Cano Serpin, Ibrahim Evrim, Desbina Kallinikidou, Saadettin Tüzün, Elif Tamburoglu. (Bildrechte: Stadt Oberhausen)

Stadtverordneter Saadettin Tüzün in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der OWT und Desbina Kallinikidou vom Büro für Interkultur nahmen für die Stadt Oberhausen an dem Gipfel teil und trafen dort Ibrahim Evrim und Elif Tamburoglu von der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Mersin.

Während des Städtepartnerschaftsgipfels wurde eine gemeinsame Erklärung für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aller Beteiligten aus deutschen und türkischen Kommunen verabschiedet. Dabei wurde betont, dass Städte und Städtepartnerschaften Säulen der Demokratie sind. Die Teilnahme der Stadt Oberhausen an dem Städtepartnerschaftsgipfel sendet ein wesentliches und wichtiges Signal der Solidarität und machte deutlich, dass sie an der Seite ihrer demokratisch gewählten Partnerinnen und Partner in der Türkei steht.

Die Vertreter aus Oberhausen und Mersin nutzten die Gelegenheit des Zusammentreffens, um über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Umwelt zu sprechen.

Stadtgespräch | Tourismus & Wirtschaft

Absichtserklärung zwischen Oberhausen und Mersin

In diesem Monat war eine Oberhausener Delegation im Rahmen ihres Projekts „Unternehmen mit Einwanderungsgeschichte, Maßnahmen zu ihrer Unterstützung und ihr Einfluss auf die lokale Wirtschaft“ zu Gast in der türkischen Partnerstadt Mersin. In dem Projekt wurde der Grundstein für eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit zum Thema „Migrantenökonomie“ gelegt.

23.05.2024
Ein Foto mit den Beteiligten ist als Datei angehängt. (Foto: Stadt Oberhausen)

Das Projekt wird von Engagement Global und der Stiftung Mercator gefördert und hat das Ziel, die Beziehungen zwischen türkischen und deutschen Partnerstädten zu stärken und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln.

Dr. Andreas Henseler (Geschäftsführer der OWT GmbH), Saadettin Tüzün (Aufsichtsratsvorsitzender der OWT GmbH), Nora Ismail (KAUSA Landesstelle NRW), Mehriz Fezzani (Sprecher des Netzwerks Unternehmeri:innen mit Einwanderungsgeschichte) und Desbina Kallinikidou (Büro für Interkultur) tauschten sich mit Kolleginnen und Kollegen in Mersin aus. Cem Şentürk vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) nahm als wissenschaftlicher Begleiter an der Reise teil.

Vor Ort standen Besuche und Gespräche mit migrantischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen in Mersin im Mittelpunkt.  Dazu gehörten das von einer syrischen Einwandererfamilie geführte „La Maison d’Alep“, das hochwertig regionale Seifen und Parfüms produziert. Die Floristinnen von „Rozali“ zeigen in Kombination mit einem bereits seit zwölf Jahren bestehenden Immobilienmaklerbüro einer ukrainischen Einwandererfamilie, wie Geschäftsfelder kreativ verknüpft werden können.

Syrische, russische und ukrainische Einwanderer sind die größten Migrantengruppen in Mersin, die unternehmerisch aktiv sind. Dabei wurde immer wieder betont, dass Russen und Ukrainer friedlich in Mersin zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen.

Neben den Unternehmensbesuchen ging es auch darum, die gegenseitigen Strukturen der Wirtschaftsförderung in beiden Partnerstädten kennenzulernen. Den Höhepunkt bildete eine gemeinsame Tagung im Klima-, Umwelt -und Wissenschaftszentrum MERCAN mit Vertretern der lokalen Wirtschaft. In diesem Rahmen unterzeichneten OWT-Geschäftsführer Dr. Andreas Henseler und Ibrahim Evrim als Vertreter der Stadt Mersin eine Absichtserklärung zum weiteren Austausch und zur Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich.

Saadettin Tüzün lobte die konstruktive Arbeitsatmosphäre: „Der Austausch und die Zusammenarbeit mit unserer türkischen Partnerstadt sind sehr fruchtbar, denn wir haben viele Herausforderungen, die sehr ähnlich sind. Auch wenn die Herangehensweisen unterschiedlich sind, werden wir viel voneinander lernen können. Mit den Wirtschaftsthemen wollen wir auch eine weitere Säule der Zusammenarbeit aufbauen.“