Die Präventionskonferenz verfolgte folgende Ziele:
– Netzwerke zwischen Fachkräften ausbauen, insbesondere zwischen Kitas, Schulen, Jugendhilfe, Sozial- und Gesundheitswesen
– Transparenz über bestehende Angebote erhöhen, damit Fachkräfte Familien schneller und sicherer lotsen können
– Strategien gegen die Folgen von Kinderarmut entwickeln, die sich an der Lebensrealität der Kinder orientieren
– Die kommunale Präventionskette weiterentwickeln, die bereits seit 2012 – zunächst unter „Kein Kind zurücklassen“, später unter „kinderstark“ – aufgebaut wird.
Die Bedeutung einer starken kommunalen Infrastruktur unterstrich auch Julia Pietrasch, Bereichsleitung Chancengleichheit: „Familien sind der Ort, an dem Teilhabe beginnt. Wer Chancengleichheit stärken will, muss Familien stärken. Oberhausen verfolgt seit vielen Jahren eine datenbasierte Familienpolitik – mit dem Familienbericht als strategischem Fundament und gemeinsamen Befragungen, die uns authentische Einblicke geben. Die Präventionskette schafft den Rahmen, in dem wir Fachkräfte vernetzen, Transparenz über Angebote schaffen und Unterstützung dort ermöglichen, wo sie wirklich gebraucht wird.“
Als Moderatorin der Konferenz und Koordinatorin der kommunalen Präventionskette Oberhausen betonte Jasmin Mannarino, wie wichtig eine gemeinsame Basis sei: „In Oberhausen läuft bereits unglaublich viel. Die Präventionskonferenz zeigt, wie stark das Netzwerk ist und wie viel wir gemeinsam bewegen können.“
Fachliche Impulse: Daten, Perspektiven und Praxis
Christine Schoelen von der Koordinationsstelle Kinderarmut des Landschaftsverbandes Rheinland hob in ihrem Vortrag den Stellenwert frühzeitiger Prävention heraus. Patricia Scherdin vom städtischen Bereich Statistik und Carolin Trappmann (Sozialplanung) stellten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktuelle Daten zur Lage der Kinder und Familien vor. Sie verdeutlichen, dass Kinderarmut in mehreren Sozialräumen weiterhin über dem Landesdurchschnitt liegt und dass Bedarfe im Bereich psychischer Gesundheit, Alltagsentlastung und Bildungschancen zunehmen. Daniel Post (Kinder, Jugend und Familie) erläuterte die Frühen Hilfen als grundlegenden Baustein der Präventionskette – mit ihrem Fokus auf frühe Begleitung, aufsuchende Arbeit und vertrauensvolle Zugänge.
Themeninseln und praktische Zusammenarbeit
In der Arbeitsphase setzten sich die Teilnehmenden mit fiktiven, aber realitätsnahen Fallbeispielen auseinander, um Bedarfe aus der Sicht von Kindern und Familien systematisch zu analysieren. An den Themeninseln bearbeiteten sie konkrete Fragen: Welche Unterstützungsstrukturen brauchen Familien in Belastungssituationen? Wie können Schule, Kita, Jugendhilfe und Gesundheitssystem besser zusammenwirken?
Digitale Transparenz und Präventionsangebote im Fokus
Im Rahmen der Impulsrunde wurde der Familien-Navigator Oberhausen vorgestellt. Das digitale Such- und Informationsportal bietet werdenden Eltern, Familien und Fachkräften einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu einer Vielzahl hilfreicher Unterstützungsangebote. Sie finden passgenaue Beratungs- und Hilfsangebote, die im Alltag entlasten und bei individuellen Fragestellungen weiterhelfen. Für weiterführende Fragen steht ihnen das Team des Familien-Navigators unter der E-Mail-Adresse familien-navigator@oberhausen.de zur Verfügung. Ein weiterer Beitrag der Impulsrunde kam aus der Suchtprävention. Hier wurden aktuelle Präventionsangebote für Bildungseinrichtungen und Eltern vorgestellt. Der Schwerpunkt lag auf alltagsnahen, frühzeitigen Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche stärken, Risiken vorbeugen und Einrichtungen bei der Umsetzung qualitätsgesicherter Präventionsarbeit unterstützen. Vanessa Teni (Servicestelle Kinderschutz) gab zudem einen praxisnahen Einblick in die Beratung bei Kindeswohlgefährdung.
Ausblick: Präventionskette weiter stärken
Die Ergebnisse der Konferenz fließen 2026 in die Weiterarbeit der kommunalen Präventionskette und die Abstimmung zwischen Sozial-, Jugendhilfe-, Gesundheits- und Schulentwicklungsplanung ein. Oberhausen setzt damit den Weg fort, Kindern und Jugendlichen entlang ihrer gesamten Biografie – von der Geburt bis ins junge Erwachsenenalter – verlässliche Unterstützung zu bieten.
„Mit der Präventionskette investieren wir in die Zukunft unserer Kinder – und damit in die Zukunft unserer Stadt“, resümiert der Beigeordnete Jürgen Schmidt.
Die Konferenz ist Teil des Landesprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“. Sie wurde vom Bereich Chancengleichheit in Kooperation mit dem Bereich Kinder, Jugend und Familie sowie der Arbeitsgruppe zur kommunalen Präventionskette in Oberhausen organisiert.