Stadtgespräch

Urbane Daten und Künstliche Intelligenz sind die Zukunftsthemen der Verwaltung

„Ein Klassentreffen der Digitalisierer“ – so beschreiben viele Teilnehmer die diesjährige Smart Country Convention in Berlin, eine der wichtigsten Fachmessen für die Digitalisierung von Kommunen und Verwaltungen in Deutschland. Das Smart City Team der Stadt Oberhausen war vor Ort, um sich mit anderen Städten, Fachleuten aus Ministerien und der Wirtschaft über Zukunftsthemen auszutauschen.

07.10.2025
Foto: Stadt Oberhausen

Zwei zentrale Themen haben sich in Berlin für die Kommunen herausgestellt: Urbane Daten und Künstliche Intelligenz. An beiden Themen arbeitet Oberhausen aktiv mit und gestaltet so Digitalisierung der Verwaltung. Der für die IT zuständige Beigeordnete Michael Jehn betont: „Es ist wichtig, die Zukunftsthemen der Digitalisierung in der kommunalen Familie gemeinsam anzugehen. So verhindern wir, dass eine Vielzahl von Lösungen erarbeitet wird, obwohl alle die gleichen Herausforderungen haben.“

Urbane Datenplattformen – Informationen gemeinsam nutzen

Urbane Datenplattformen bündeln kommunale Daten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Diese werden in sogenannten Dashboards übersichtlich dargestellt. Ob Feuerwehr, Bürgerservice oder Bibliothek: Daten helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und bessere Entscheidungen zu treffen. So wird etwa die Bewässerung junger Bäume mit Wetterdaten verknüpft und optimiert, das Ausleihverhalten in Bibliotheken überprüft, um Öffnungszeiten und Anschaffungen von neuen Büchern passgenau zu steuern oder das Mobilitätsangebot in Oberhausen übersichtlich dargestellt und ausgewertet.

Da diese Daten von jeder Kommune erhoben werden, macht es Sinn, sich auszutauschen und an einer gemeinsamen Urbanen Datenplattform zu arbeiten. Das ist nachhaltig und wirtschaftlich. Deshalb beteiligt sich die Stadt Oberhausen an einem Projekt zur Urbanen Datenplattform NRW. Initiiert durch den KDN, dem Dachverband der kommunalen IT-Dienstleister, wird ein Betriebsmodell aufgebaut, welches interkommunal genutzt wird. Die Nutzung wird damit für alle beteiligten Kommunen günstiger.

Wir wollen, dass Daten nicht an Stadtgrenzen Halt machen“, erklärt Boris van Benthem, CIO der Stadt Oberhausen. „Wenn Kommunen ihre Erfahrungen und Anwendungsfälle teilen, profitieren alle. Verwaltungen sowie Bürgerinnen und Bürger, die am Ende einfacher und besser Verwaltungsdienstleistungen nutzen können. Zusammen ist besser – gerade beim Thema urbane Daten.“

Dass dies der richtige Ansatz ist, zeigt auch, dass die eingesetzte Software der Civitas Connect auf der Smart Country Convention mit dem Open Source Award ausgezeichnet wurde. Von Kommunen für Kommunen ist hier das Leitmotiv.

Künstliche Intelligenz – Unterstützung für Verwaltung und Bürgerschaft

Ein weiterer Schwerpunkt der Messe war das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Immer mehr Kommunen beschäftigen sich mit der Frage, wie KI die Verwaltung unterstützen kann, etwa bei Prognosen, im Bürgerservice oder bei Planungsaufgaben. Im Rahmen des Smart City Projekts arbeitet die Stadt Oberhausen daran, eine eigene Infrastruktur für kommunale Intelligenz aufzubauen.

Diese wird in einem ersten Schritt den Mitarbeitenden der Stadt Oberhausen zur Verfügung stehen, die für die Nutzung geschult werden. Mit der KI nutzt die Stadt Oberhausen Sprachmodelle, die unter anderem an Fachverfahren angebunden sind oder an die Urbane Datenplattform. Mit Hilfe eines Sprachmodells können Mitarbeitende einfach und schnell Daten abfragen und verwenden. Später soll die KI auch den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden, um zum Beispiel Informationen aus dem Ratsinformationssystem einfacher zu erhalten. Die Entwicklung steht am Anfang, zeigt aber jetzt schon ein vielversprechendes Potenzial. Wichtig ist dabei, dass von Anfang an das Thema Datenschutz eine große Rolle spielt und umgesetzt wird.

Zusammenarbeit als Schlüssel

Der Austausch der Kommunen untereinander ist wichtig. Daher ist eine Teilnahme an Messen, wie der Smart Country Convention, notwendig und hat gezeigt: Die Zukunft der Verwaltung liegt in der intelligenten Nutzung von Daten – und diese Aufgabe kann nur gemeinsam gelöst werden. Wenn Daten optimal genutzt, Fachverfahren optimiert und KI eingesetzt werden, profitieren Bürgerinnen und Bürger direkt. Sie erhalten schneller Informationen und können Verwaltungsleistungen einfacher nutzen.

„Die Messe ist für uns ein Gewinn. Wir kommen mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland direkt ins Gespräch und teilen Erfahrungen. Unser Ziel ist, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ein idealer Ort, um Mitstreiter zu finden“, fasst Hendrik Wächter, Smart City Projektkoordination der Stadt Oberhausen, die Bedeutung der Smart Country Convention zusammen.

Der Umgang mit Daten wird immer mehr zur kommunalen Pflichtaufgabe zur Umsetzung der Daseinsvorsorge. Dies erfordert moderne, leistungsfähige und robuste Produkte sowie stabile und effiziente Betriebsangebote. Diese nachnutzbar zu gestalten ist unerlässlich, denn alle Kommunen haben die gleichen Herausforderungen. Daher ist das Motto der Stadt Oberhausen: Zusammen ist besser!

Stadtgespräch

Digitalisierung: Stadt Oberhausen verteilt 3.100 weitere Tablets an Schulen

Einen weiteren Meilenstein bei der digitalen Ausstattung der Schulen und der Schülerinnen und Schüler erreicht die Stadt Oberhausen jetzt: Mit der Verteilung weiterer 3.100 iPads stellt die Verwaltung nun mehr als 20.000 Tablets und Laptops zur Verfügung.

 

11.09.2025
Foto: Stadt Oberhausen/Carsten Walden

„Wir haben in den vergangen fünf Jahren mit Hilfe des Digitalpakts fast 38 Millionen Euro in die Digitalisierung unserer Schulen investiert“, sagt Oberbürgermeister Daniel Schranz: „Die Ausstattung mit Glasfaser-Anschlüssen, WLAN, digitalen Anzeigen und natürlich auch den 20.000 Tablets und Laptops ermöglicht modernen Unterricht – und hilft, unsere Kinder fit für eine immer digitalere Zukunft zu machen.“ 

 

Alle Schulen am Glasfasernetz, jeder Unterrichtsraum mit WLAN

Die Grundlage für den digitalen Unterricht ist eine leistungsstarke Internetverbindung. Oberhausen hat hierfür ein eigenes Glasfasernetz aufgebaut und alle Schulen erfolgreich daran angeschlossen. „So haben wir jeden Unterrichtsraum mit WLAN ausstatten können“, berichtet der städtische Beigeordnete Michael Jehn, der für den Bereich IT zuständig ist: „Damit hat die Stadtverwaltung als Schulträger eine Infrastruktur geschaffen, die für die stetig wachsenden Anforderungen im Bereich Digitalisierung eine starke Basis bildet.“

 

Gezielte Investitionen in moderne Ausstattung

Insgesamt hat die Stadt Oberhausen in den vergangenen fünf Jahren rund 38 Millionen Euro in die Digitalisierung der Schulen investiert, 90 Prozent davon stammen aus Fördermitteln. Das hat sich ausgezahlt: Waren 2019 nur 300 Tablets und Laptops in Schulen im Einsatz, sind es mittlerweile 20.000. Zudem gibt es 612 digitale Tafeln, von denen 65 in diesem Jahr beschafft worden sind, sowie rund 1.200 Beamer. „Damit haben wir alle Unterrichtsräume mit digitaler Anzeigetechnik ausgestattet, und diese Technik ist inzwischen fester Bestandteil des Schulalltags“, erklärt der für Schulen zuständige Beigeordnete Jürgen Schmidt.

 

Ein starkes Signal für die Zukunft

Oberbürgermeister Daniel Schranz unterstreicht die Bedeutung dieser Investitionen: „Die Stadt Oberhausen investiert gezielt und nachhaltig in die Modernisierung der Schullandschaft – in den vergangenen zehn Jahren haben wir 235 Millionen Euro in unserer Bildungslandschaft verbaut, rund ein Drittel der gesamten städtischen Investitionen. Das bringt unsere Schulen, aber auch unsere Stadt entscheidend voran.“ 

 

 

Kunst & Kultur | Stadtgespräch

Digitalisierung in Oberhausener Schulen: Einer der letzten Overhead-Projektoren geht ans Stadtarchiv

Meilenstein bei der Digitalisierung  Oberhausener Schulen: Weil inzwischen alle Unterrichtsräume der Stadt mit einer digitalen Tafel oder einem Beamer ausgestattet sind, kann der Overhead-Projektor ins Museum. Oberbürgermeister Daniel Schranz übergab symbolisch eines der letzten Geräte am Donnerstag, 25. Januar 2024, in der Brüder-Grimm-Schule an das Stadtarchiv für das „Historische Klassenzimmer“.

26.01.2024
Klassenlehrer Michael Kirchner unterrichtet seine Klasse an einer der digitalen Tafeln.

In den vergangenen Jahren haben wir die Digitalisierung an den Oberhausener Schulen mit Nachdruck vorangetrieben. Möglich gemacht hat das die Förderung aus dem Digitalpakt Schule, der in der Corona-Pandemie geschlossen wurde. So werden wir mit Abschluss aller laufenden Projekte rund 26 Millionen Euro in Glasfaser-Anschluss und WLAN-Abdeckung, Tablets, Laptops und die digitalen Anzeigen investiert haben – ein großer Gewinn für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte“, betonte Oberbürgermeister Schranz bei der Übergabe.

Mehr als 1.300 Unterrichtsräume gibt es in den Oberhausener Schulen. Inzwischen sind alle mit einer festen oder mobilen Lösung zur Anzeige von digitalen Medien ausgestattet. Insgesamt sind dafür 1.100 Beamer und 392 digitale Tafeln installiert worden. Weitere 50 digitale Tafeln werden in diesem Jahr zusätzlich aufgebaut.

Das stadteigene Glasfasernetz für alle Oberhausener Schulstandorte ist fast fertig gestellt, die letzten beiden Schulstandorte werden im März 2024 angeschlossen sein. Mittlerweile haben rund 10.000 Schülerinnen und Schüler einen Zugang zum WLAN in den Unterrichtsräumen, bis zum 3. Quartal 2024 werden dies alle rund 25.000 Schülerinnen und Schüler haben. Rund 16.200 Endgeräte (iPads und Laptops) sind  für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer bereitgestellt worden; sie werden im Unterricht eingesetzt.

In den vergangenen drei Jahren haben wir einen wahren Digitalisierungsschub in unsere Schullandschaft gebracht“, ergänzt der zuständige Beigeordnete Michael Jehn: „Wir sind jetzt in den Unterrichtsräumen auf einem völlig neuen Niveau angekommen. Wir reden nicht nur über moderne Technik, wir haben sie!

Jährlich steckt die Stadt Oberhausen eigene Finanzmittel von ca. 1,5 bis 2 Millionen Euro in die Schuldigitalisierung. Zusätzlich konnten in den letzten Jahren Fördermittel in Höhe von ca. 26 Millionen Euro aus dem Digitalpakt, dem Glasfaserausbau und EU-Förderungen akquiriert werden. Dadurch schreitet die Digitalisierung der Oberhausener Schulen immer weiter voran.

Neben den Ausstattungen der Klassenräume wurde eine interaktive Lernplattform mit iServ bereitgestellt und viele Softwareprodukte von der digitalen Stundenplanung über digitale Klassenbuchführung bis zu einheitlichen Zeugnisprogrammen entlasten die Lehrkräfte, damit diese sich auf den Unterricht statt die Verwaltungstätigkeiten konzentrieren können.

Stadtgespräch

Gesundheitsamt Oberhausen: Förderzusage von 740.000 Euro für den Ausbau der Digitalisierung

Der Bereich Gesundheit der Stadt Oberhausen freut sich über eine Förderzusage in Höhe von 740.000 Euro aus dem europäischen Fördertopf „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“. Das ist die größte Fördersumme, die der Bereich Gesundheit je erhalten hat.

31.08.2023

In enger Zusammenarbeit mit dem städtischen Bereich IT kann die weitere Digitalisierung des Gesundheitsamtes Oberhausen vorangetrieben werden. Ziel ist es, das „Digitale Gesundheitsamt 2025“ zu erschaffen, das durch die Digitalisierung bürgernäher und effizienter arbeiten kann. Dazu werden beide städtischen Bereiche gemeinsam bis Sommer 2025 mit Hilfe der Förderung über 14 Maßnahmenpakete in vier Teilprojekten umsetzen.

Die Bedeutung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes für den Schutz der Bevölkerung wurde in der Corona-Pandemie besonders erkennbar. Gleichzeitig wurde dabei deutlich, dass digitale Strukturen helfen können, solche Herausforderungen schneller und effizienter in den Griff zu bekommen.

Daher haben sich die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern bereits im Jahr 2020 auf den „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ geeinigt. Aus EU-Fördermitteln hat der Bund den Gesundheitsämtern in Deutschland insgesamt 800 Millionen Euro für die Digitalisierung zur Verfügung gestellt.

Stadtgespräch

Verwaltungsvorstände der Städte Oberhausen und Essen tagten gemeinsam

Unter dem Vorsitz der Oberbürgermeister Daniel Schranz und Thomas Kufen haben sich die Verwaltungsvorstände der Städte Oberhausen und Essen in dieser Woche zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen. Oberbürgermeister Kufen hatte ins Essener Rathaus geladen. Rund zwei Stunden tauschten sich die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Ruhrgebietsstädte zu Themen aus, die in beiden Kommunen eine Rolle spielen, um voneinander zu lernen.

16.06.2023
Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Daniel Schranz und Thomas Kufen tagten die Verwaltungsvorstände der Städte Oberhausen und Essen gemeinsam im Rathaus Essen. (Foto: Rosa Lisa Rosenberg)

Auf der Tagesordnung stand etwa die Digitalisierung in verschiedenen Bereichen der Verwaltung. Sowohl Oberhausen als auch Essen haben in den vergangenen Jahren die verschiedenen Schulformen mit einer digitalen Infrastruktur ausgestattet. Dazu zählen digitale Endgeräte für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Dazu gehören aber auch moderne Präsentationstechniken für die Klassenräume. Essen wie Oberhausen haben die Schulen dazu an das Glasfasernetz angeschlossen und das WLAN in Gebäuden und Räumen ausgebaut.

Digitalisierung in Schulen und Sozialindex

Beide Städte haben für die Digitalisierung von Schulen die Förderung durch den Digitalpakt Schule genutzt, aber auch eigene Mittel aufgewendet. Gerade über den flächendeckenden Ausbau der Netzwerke wollen beide Kommunen im Austausch bleiben.

Digitale Daten spielen drüber hinaus eine Rolle bei der Erhebung von wichtigen Informationen über das Stadtgebiet. So stellte die Stadt Oberhausen ihren Sozialindex vor; auch über dieses Konzept wollen sich beide Städte weiterhin austauschen.

Themen der Sicherheit und Ordnung besprochen

Auch ordnungspolitische Themen und das Thema Sicherheit standen auf der Tagesordnung. Der Umgang mit der Ripshorster Straße etwa, die an der Stadtgrenze Essen/Oberhausen liegt: Sie war bereits in der Vergangenheit ein Thema, über das sich die Stadtspitzen ausgetauscht haben. In diesem Zusammenhang wurde auch das Konzept der sogenannten Besonderen Verbindungskräfte aus Essen vorgestellt.

Die Ruhrgebietsstädte stehen vor ähnlichen Problemstellungen und Herausforderungen, es gibt dabei allerdings andere Lösungsansätze und Herangehensweisen. Deshalb wird der gegenseitige Austausch von beiden Stadtspitzen ausdrücklich begrüßt und auch in Zukunft fortgesetzt.

Stadtgespräch

Stadtarchiv Oberhausen: Digitalisierung des Fotobestandes Ruth Gläser

Die Fotobestände der Pressefotografin Ruth Gläser (1928-2022) wurden komplett digitalisiert (fast 200.000 Scans) und sind ab sofort für die Nutzerinnen und Nutzer des Stadtarchivs Oberhausen verfügbar. Die Nutzungsrechte liegen beim Stadtarchiv Oberhausen, bei der Funke Medien Gruppe und der Erbin Ruth Gläser.

27.03.2023
Foto: Tom Thöne

Gläser war von 1950 bis 1989 Pressefotografin für die Lokalredaktionen Oberhausen, des Generalanzeigers und der WAZ. Das Stadtarchiv Oberhausen erhielt ihre Negative im Rahmen einer Schenkung im Jahr 1998. Ein kleiner Anteil des Bestands enthält Fotos aus umliegenden Städten, z.B. Duisburg und Essen. Insgesamt geht es um knapp 200.000 Scans der Jahre 1950 bis 1989. Damit verfügt das Stadtarchiv über die uneingeschränkten Nutzungsrechte am Gesamtbestand und kann diese auch im Lesesaal den Kundinnen und Kunden zu Recherchemöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Die Jahrgänge 1950-1972 wurden in den Jahren 2012-2023 vom LVR digitalisiert. Die Jahrgänge 1973-1989 wurden im Rahmen des Förderprojekts „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive innerhalb von NEUSTART KULTUR“ in den Jahren 2022-2023 digitalisiert. Das Programm „WissensWandel“ des Deutschen Bibliotheksverbandes wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Stadtgespräch

Symposium zeigt Zukunft der Baubranche in Oberhausen

Rund 100 Personen sind am vergangenen Mittwoch, 1. März 2023, der Einladung der Stadt Oberhausen, des Berufsförderungswerks der Bauindustrie und der Universität Duisburg-Essen zum Symposium zur „Zukunft der Baubranche“ gefolgt. Anlass der Fachkonferenz sind die Planungen zur Errichtung eines „Zukunftscampus der Bauwirtschaft“ in Oberhausen. Oberbürgermeister Daniel Schranz, Axel A. Wahl, Vizepräsidenten des Bauindustrieverbandes NRW, und Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der Universität Duisburg-Essen, begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

07.03.2023
v.l. Oberbürgermeister Daniel Schranz, Staatssekretär Matthias Heidmeier, Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der Universität Duisburg-Essen, Axel A. Wahl, Vizepräsident der Bauindustrie NRW, Parlamentarischer Staatssekretär Josef Hovenjürgen und Ralf Güldenzopf, Dezernent für strategische Planung und Stadtentwicklung. (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)

Unter ihnen befanden sich neben den Projektpartnern und Fachleuten aus der Branche auch zwei Staatssekretäre der Landesregierung: Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Heimat- und Bauministerium, sowie Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW. Beide unterstrichen die Bedeutung des Projektes „Zukunftscampus“ für die Bewältigung des Fachkräftemangels wie auch der Weiterentwicklung der Baubranche hinsichtlich notwendiger Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse.

Neben Podiumsdiskussionen zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis erhielten die Teilnehmenden auch einen unmittelbaren Einblick in die Zukunft der Baubranche, etwa durch die Demonstration einer Vermessungsdrohne und des Roboterhundes SPOT, der eine lückenlose, digitale Baustellendokumentation ermöglicht. Den Abschluss des Symposiums bildete die Präsentation eines von der Universität Duisburg-Essen entwickelten Seilroboters zur automatisierten Errichtung von Mauerwerk.

Staatssekretär Matthias Heidmeier betonte in seinem Podiumsbeitrag die Relevanz guter Berufsausbildung für den Standort Nordrhein-Westfalen. Insbesondere mit dem hohen Anteil von Menschen ohne Berufsausbildung dürfe man sich nicht abfinden. Integrierte Angebote wie in den Ausbildungszentren seien wichtig, um jungen Menschen Anschluss und Perspektive im und über das Berufsleben hinaus zu ermöglichen. Der Parlamentarische Staatssekretär Josef Hovenjürgen verwies auf die Bedeutung des Handwerks für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Die Stärkung des Handwerks sei daher auch in der Ruhrkonferenz verankert. Projekte wie der Zukunftscampus, dessen Entwicklung bereits vom Land gefördert wird, seien wichtige Bestandteile dieser Stärkung des Handwerks.

Die Tagung unterstrich damit die Relevanz des Zukunftscampus, der Ausbildung, Weiterbildung und Forschung in Oberhausen zusammenbringen soll.

Stadtgespräch

Förderung von Digitalisierung im Alter für mehr Teilhabe am Leben

Es ist eine gravierende Erkenntnis der Corona-Pandemie: Politik, Verwaltung, Wirtschaft, in der gesamten Zivilgesellschaft gibt es einen großen Nachholbedarf, wenn es um die Digitalisierung in Deutschland geht. Das betrifft auch die große Gruppe der älteren Menschen. Viele von ihnen nutzen die digitalen Möglichkeiten, andere möchten sich auf dieses „Neuland“ nicht mehr begeben oder es fällt ihnen schwer, diesen Neuerungen noch zu folgen. Mittlerweile befasst sich auch die Bundespolitik mit dieser Thematik und will die digitale Teilhabe älterer Menschen fördern.

20.02.2023
Foto: Jörg Vorholt

Mit dem Förderprogramm „Smart City“ unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung „strategisch im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zu gestalten“. Digitale Teilhabe am Leben im Alter ist ein Aspekt des Programms. Oberhausen gehört zu den 28 ausgewählten Modellprojekten von „Smart Cities“.

So lange wie möglich selbstbestimmt leben, das ist der Wunsch wohl aller älterer Menschen. Die Teilhabe an der digitalen Entwicklung bietet dafür viele Chancen, aber auch zunehmend Notwendigkeiten, denn zum digitalen Wandel gehört auch, dass immer mehr Dienstleistungen nur noch über das Internet in Anspruch genommen werden können. Daher haben Bildungsträger und Quartiersbüros in Oberhausen im Rahmen von „Smart City“ eine Aktion ins Leben gerufen, bei der sie neue Wege der digitalen Schulung gehen wollen. Neben den sechs Quartiersbüros beteiligen sich die Volkshochschule (VHS), die Ruhrwerkstatt und die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung an dem Projekt, das bis Ende Juni dauern soll. „Wir wollen jetzt nachhaltige Strukturen entwickeln, so dass das Ganze nach Ende der öffentlichen Förderung trotzdem weiterlaufen kann“, erklärt VHS-Leiterin Dr. Gesa Reisz.

Digitale Patinnen und Paten gesucht

Ziel ist es, neue Wege der digitalen Bildung zusätzlich zu den klassischen Kursen zu entwickeln. Das soll zum Beispiel in lockeren Gesprächsrunden, unverbindlich und kostenlos stattfinden. Nicht im engen, kostenpflichtigen Korsett eines Kurses. Dazu werden nun ehrenamtliche „Digital-Paten und -Patinnen“ gesucht, die ältere Menschen im Umgang mit Smartphones, Tablets oder PCs stärken möchten, ihnen die digitalen Chancen aufzeigen. Wichtig ist zudem, dass man sich in der digitalen Welt sicher fühlt, mögliche Risiken kennt. „Wir hoffen, dass viele Ältere über diesen Ansatz leichteren Zugang zu den digitalen Angeboten finden. Die Quartiersbüros können dann als bürgernahe Erstanlaufstelle für Interessierte dienen“, erläutert Nese Özcelik vom Bereich Chancengleichheit der Stadt Oberhausen, die die Arbeit der Quartiersbüros koordiniert.

Sollten im Rahmen der Treffen fachliche Fragen aufkommen, die möglicherweise von den Ehrenamtlichen nicht beantwortet werden können, werde die VHS hier mit ihren erfahrenen Lehrkräften hilfreich unterstützen, sagt Gesa Reisz für solche Fälle Hilfe zu. Man werfe die Ehrenamtlichen auch nichts ins kalte Wasser, helfe ihnen bei Vorbereitung auf dieses Ehrenamt, versichert sie zudem.

Neue Kontakte knüpfen

Wie sich die Inhalte solcher ehrenamtlichen Treffen entwickeln kann selbst gesteuert werden. Der Umgang mit sogenannten Messenger-Diensten wie WhatsApp spielt natürlich eine große Rolle. Sie sind ein besonders wichtiges Instrument, um auch Menschen neu kennenzulernen, wo im Alter das soziale Umfeld ja eher kleiner wird. Aber auch neuere Informationsformen wie Podcasts können gerade für Ältere zunehmend wichtig werden. Per Podcast können in beliebiger Länge lokale oder sublokale Informationen verbreitet werden, weist die EDV-Dozentin Helga Albrecht-Faßbender auf dieses zukunftsweisende Thema hin. Gewiss wird die Digitalisierung auch eine zunehmende Rolle spielen bei Themen wie Wohnen im Alter oder rund um Gesundheit (Stichwort Fitness-Tracker) und Pflege.

Abschließend betont Nese Özcelik noch einmal: „Wir möchten auch nach dem Projektzeitraum das Thema der digitalen Chancen für ältere Menschen weiter langfristig vorantreiben. Unser Ziel bleibt es, die Lebensqualität im Alter weiter zu verbessern“.

Wer jetzt neugierig geworden ist, an einer solchen digitalen Runde teilzunehmen oder sie ehrenamtlich zu leiten, der meldet sich bitte in einem der sechs Quartiersbüros oder bei der VHS unter Tel.: 0208 8252385. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.quartiersbueros.de

Ergänzungskasten

Eine Fitness-Tracker, auch Fitness-Armband genannt, ist ein tragbares elektronisches Gerät zur Aufzeichnung und Versendung fitness- und gesundheitsrelevanter Daten wie etwa Laufstrecken, Energieumsatz, Herzschlagfrequenz oder Schlafqualität. Die Daten werden meist drahtlos mit einem Computer oder Smartphone für die Datenerfassung über einen längeren Zeitraum synchronisiert.