Stadtgespräch

Verlegung von 29 neuen Stolpersteinen in Oberhausen Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. – Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.

Am Dienstag, 10. Februar 2026, fand die diesjährige Verlegung von Stolpersteinen in Oberhausen statt. 29 neue Stolpersteine zeigen nun 29 unterschiedliche Schicksale von ehemaligen Oberhausener Bürgerinnen und Bürger, die allesamt Opfer des Nationalsozialismus wurden.

16.02.2026
Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne

Die Stolpersteine werden dabei immer in dem Gehweg vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Verfolgten eingelassen. Auf der Oberfläche jedes Steines sind der Name, das Geburtsjahr sowie die Schicksale der Menschen, an die erinnert werden soll, eingraviert. Bei den ersten Verlegungen war der Künstler Gunter Demnig persönlich vor Ort, begleitet von Bürgermeister Werner Nakot. Zu der Stolperstein-Verlegung in der Sachsenstraße waren der Enkel und die Urenkel von Chaim David Roth aus Israel angereist, für den Enkel war es der erste Besuch in Deutschland.

Zusammen mit der Gedenkhalle Oberhausen und Beiträgen von Schülerinnen und Schülern, Vereinen, Gemeinden, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Familienmitgliedern wird dieses Projekt seit 2008 in Oberhausen umgesetzt. Oberbürgermeister Thorsten Berg war an der Gutenbergstraße 3 bei der Stolperstein-Verlegung für die Familie Nüssenfeld vor Ort. In Anwesenheit von Angehörigen, die zur Verlegung aus den USA anreisten, unterstrich Berg die Wichtigkeit dieser Arbeit. „Viele Menschen helfen mit ihrem Engagement und ihren Recherchen und leisten einen wertvollen Beitrag, die Geschichte und die Schicksale der verfolgten Oberhausenerinnen und Oberhausener zu erforschen. Diesen engagierten Menschen gilt mein ausdrücklicher Dank. Der Künstler Gunter Demnig macht die Geschichte der vielen Verfolgten durch die Stolpersteine im öffentliche Raum sichtbar: Ein sowohl erschütterndes als auch beeindruckendes Denkmal in unserer Stadt.“ 

Größtes dezentrales Mahnmal der Welt

Seit 1997 verlegen der Künstler Gunter Demnig und Delegierte vor Ort in ganz Europa Stolpersteine zur Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus. Seine Stolpersteine erinnern in ganz Europa an alle Opfer des Nationalsozialismus. Inzwischen bilden über 100.000 Stolpersteine in 31 Ländern das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Auch in Oberhausen gehören Stolpersteine mit ihrer dünnen Messingoberfläche seit 2008 zum Stadtbild. Mittlerweile wurden über 300 Steine in Oberhausen in den Gehweg eingelassen vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Verfolgten.

Interessierte können sich an den Stolpersteinen-Aktionen in den nächsten Jahren gerne aktiv beteiligen. Unterstützen Sie die Verlegungen, indem Sie zum Beispiel eine Patenschaft für einen Stein übernehmen. Als Koordinierungsstelle unterstützt die Gedenkhalle Oberhausen Sie bei der Übernahme der Patenschaft und den biografischen Recherchen. Weitere Informationen finden Interessierte bei der Gedenkhalle Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen, telefonisch unter 0208 6070531-0, per E-Mail an info-gedenkhalle@oberhausen.de oder auf der Gedenkhallen-Homepage (www.gedenkhalle-oberhausen.de).


Stadtgespräch

25 neue „Stolpersteine“ erinnern an die Opfer des NS-Regimes

In diesem Monat sind in Oberhausen 25 neue „Stolpersteine“ verlegt worden, die an die Opfer des NS-Regimes erinnern sollen. Initiator und seit vielen Jahren auch ständiger Begleiter dieser Aktion ist Gunter Demnig, der zur Verlegung der Steine mit ihrer beschrifteten Messingoberfläche die Kelle auch immer wieder selbst in die Hand nimmt.

05.02.2025
Zwei Fotos von der Verlegung der Stolpersteine sind als Datei angehängt (Fotos: Stadt Oberhausen / Tom Thöne)

Die Beschriftung nennt den Namen, das Geburtsjahr sowie die Schicksale jener Menschen, an die erinnert werden soll. Inzwischen sind bereits mehr als 300 dieser Steine auf den Gehwegen im Stadtgebiet verlegt worden.

Ein ganz besonderer Dank gilt denjenigen, die mit ihrem Engagement und ihren Recherchen dazu beigetragen haben, die Geschichte der Verfolgten zu erforschen und durch die „Stolpersteine“ sichtbar zu machen. Denn ohne den Beitrag von Schülerinnen und Schülern, Vereinen, Gemeinden, sonstigen Interessierten und Familienmitgliedern wäre dieses Projekt in dieser Form nicht möglich.

Gutes Leben | Stadtgespräch

Erinnerung an NS-Verfolgte: 36 neue Stolpersteine in Oberhausen

Sie erinnern an die Opfer der Nationalsozialisten: die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. Jetzt sind in Oberhausen 36 neue kleine Denkmäler dazu gekommen. Am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Februar, haben der Künstler und Unterstützerinnen und Unterstützer 36 Stolpersteine an 13 Orten im Stadtgebiet verlegt. Die Stolpersteine erinnern auch in diesem Jahr an vielfältige Verfolgungsschicksale – Euthanasie-Opfer, Widerständler, Jüdinnen und Juden und Menschen, die einfach nur einen verbotenen Radiosender gehört haben.

23.02.2024

Am ersten Tag der Aktion war Künstler Gunter Demnig selbst in Oberhausen und verlegte die ersten Stolpersteine. Auch in diesem Jahr waren in einigen Fällen Nachfahren bei den kleinen Gedenkfeiern am jeweiligen Verlegeort dabei. Viele der Vorschläge für neue Erinnerungssteine kommen von Angehörigen.

Bei der umfangreichen Recherchearbeit zu den Biografien der verfolgten Oberhausenerinnen und Oberhausener und der Vorbereitung der Verlegungen wird die Gedenkhalle Oberhausen von zahlreichen Schulen unterstützt. Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium, die Anne-Frank-Realschule, die Heinrich-Böll-Gesamtschule und das Hans-Böckler-Berufskolleg haben geholfen, das Leben vieler Verfolgter nachzuzeichnen. Die Anne-Frank-Realschule hat bei der Aktion in diesem Jahr beispielsweise recherchiert, dass eine Großtante von Anne Frank, Mathilde Holländer, in Oberhausen geboren wurde und hier bis 1938 gelebt hat. Sie war die Tochter von Eduard Berg. Nach ihm ist in der Innenstadt der Platz an der Markstraße/Ecke Goebenstraße benannt. Mathilde Holländer gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten nach Peru. Dort starb sie 1960 in Lima.

Zusätzlich recherchierten die GEW-Stolpersteingruppe, die „Omas gegen Rechts“ und der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) weitere Schicksale. „Ohne die große Unterstützung aus der Stadtgesellschaft wäre die jährliche Beteiligung an dem Stolpersteinprojekt nicht möglich“, betont Claudia Stein von der Gedenkhalle. Die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen verlegen die Stolpersteine so ordentlich, dass tatsächlich nur das Auge über sie stolpert.

Die Oberhausener Stolpersteine sind in der App des WDR „Gegen das Vergessen“ abrufbar. Bei der Vervollständigung der Datenbank über Oberhausener Opfer haben Kurse der Gesamtschule Osterfeld und der Gesamtschule Weierheide unterstützt, durch eigene Texte und Graphic Storytelling, also Geschichten, die in Zeichnungen erzählt werden.

Nähere Informationen zu den Einzelschicksalen finden Interessierte auf der Homepage der Gedenkhalle (www.gedenkhalle.de). Dort kann man auch die Info-Broschüren zu den Verlegungen einsehen und herunterladen.

Hintergrund: Im Mai 2023 vermeldete Gunter Demnig die Verlegung des 100.000 Stolpersteins. Seit 1997 verlegt der Künstler diese Steine in Erinnerung an das Schicksal der NS-Verfolgungsopfer in ganz Europa. Die Stadt Oberhausen beteiligt sich seit 2008 an diesem Projekt, das mittlerweile als größtes dezentrales Mahnmal der Welt gilt. Die Stadt Oberhausen erinnert mit den Stolpersteinen nun an insgesamt 314 Verfolgungsopfer.