Stadtgespräch

Drittes InnovationCity-Quartier für Oberhausen: Konzeptentwicklung für Schmachtendorf gestartet

Oberhausen erweitert sein Engagement in Sachen Klimaschutz: Mit Schmachtendorf hat die Stadt nach Osterfeld-Mitte/Vondern und Alstaden-West jetzt ihr drittes InnovationCity-Quartier umrissen und startet die Konzeptentwicklung. Das geht natürlich nur gemeinsam, und so ist direkt zu Beginn eine intensive Bürgerbeteiligung geplant. Oberbürgermeister Daniel Schranz und Dr. Thomas Palotz, Beigeordneter für Stadtplanung, Bauen, Mobilität und Umwelt, stellten gemeinsam mit Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH, das Projekt und die Zielsetzung der Öffentlichkeit vor. In enger Kooperation mit der Stadtverwaltung und weiteren Akteuren aus der Stadt und dem Quartier entwickelt die InnovationCity Management GmbH (ICM) in den nächsten zwölf Monaten ein integriertes energetisches Quartierskonzept (IEQK) für das Projektgebiet Schmachtendorf.

16.06.2023
v.l. Sanierungsmanager Florian Krause, ICM-Geschäftsführer Burkhard Drescher, Oberbürgermeister Daniel Schranz und Beigeordneter Dr. Thomas Palotz. (Foto: ICM)

„Der Klimawandel gehört zu unseren größten Herausforderungen – und der Klimaschutz somit zu unseren wichtigsten Aufgaben. Deshalb wollen wir neben unseren anderen Anstrengungen das Prinzip der Innovation City nach und nach über das Oberhausener Stadtgebiet ausrollen. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern können wir unsere Kommune so nachhaltig gestalten“, erklärt Oberbürgermeister Schranz. „In Osterfeld-Mitte/Vondern und Alstaden-West haben wir den Innovation-City-Ansatz erfolgreich erprobt und gemeinsam die Energiewende vorangetrieben. Davon profitieren die Umwelt und die Bürgerinnen und Bürger.“ Und der Beigeordnete Dr. Thomas Palotz ergänzt: „Mit jedem modernisierten Bestandsgebäude verbessern wir die Klimabilanz und die Lebensqualität im Quartier und in unserer Stadt gleichermaßen.“

Integriertes energetisches Quartierskonzept

Auch in Schmachtendorf unterstützt die Innovation City Management GmbH (ICM) bei der Erstellung des integrierten energetischen Quartierskonzeptes. In dem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geförderten Konzept enthalten sind verschiedene Bausteine, die für eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen notwendig sind. Neben der Grundlagenermittlung stehen das energetische Sanierungskonzept und das Energieversorgungskonzept im Zentrum der fachplanerischen Arbeit. Gleichzeitig werden für das Quartier Schmachtendorf ein auf die entsprechenden Zielgruppen abgestimmtes Aktivierungs- und Kommunikationskonzept entwickelt, im Zuge dessen eine Bürgerbeteiligung geplant ist. ICM-Geschäftsführer und Oberhausens früherer Oberbürgermeister Burkhard Drescher ist bereits jetzt gespannt auf die Analyseergebnisse des dritten Innovation-City-Quartiers seiner Heimatstadt. „Wie auch in den anderen Quartieren nehmen wir die Bürgerinnen und Bürger direkt von Projektbeginn an mit, um gemeinsam das Quartier nach den individuellen Bedürfnissen nachhaltig gestalten zu können. Unser ICM-Ansatz einer Energiewende von unten nimmt alle Akteure im Quartier mit und ist so erfolgreich. Unser Ziel ist es, das gesamte Stadtgebiet nachhaltig zu entwickeln!“

Das Projektgebiet

Das durch das KfW-Förderprogramm 432 zu entwickelnde Quartier Schmachtendorf wurde zu einem flächenmäßig zusammenhängenden Gebiet adäquat abgegrenzt, sodass dieses auch im Rahmen einer energetischen Stadtsanierung fundiert bearbeitet werden kann. Das Projektgebiet ist nicht deckungsgleich zum Stadtteil Schmachtendorf. Im Quartier Schmachtendorf wohnen etwa 5.928 Einwohner in 1.198 Gebäuden. Geprägt ist dieser Stadtteil durch eine heterogene Bebauungsstruktur, dem Stadtteilzentrum und zentralen Marktplatz. Die Besiedlung und die Bevölkerungsentwicklung ist eng mit dem Aufschwung der Gutehoffnungshütte und dem Abteufen der naheliegenden Zeche Hugo Haniel zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden. Dadurch entstanden auch in Schmachtendorf die für das Ruhrgebiet typischen Bergarbeitersiedlungen, die noch heute Teile des Ortsbildes bestimmen. Das Quartier weist dementsprechend große Potentiale für eine umfassende Gebäudesanierung, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie Möglichkeiten für die Anpassung an den Klimawandel auf.

Alle wichtigen Informationen zur Konzeptentwicklung und dem Quartier finden sich unter https://www.innovationcity-oberhausen.de/quartier-schmachtendorf

Stadtgespräch

Förderung Klimaschutz ab 1. Februar 2023

Die Stadt Oberhausen fördert die E-Mobilität und den Ausbau erneuerbarer Energien mit Finanzmitteln zum Klimaschutz, die das Land NRW zur Verfügung stellt. Um CO2-Emissionen zu vermeiden und den gestiegenen Energiekosten entgegen zu wirken, können interessierte Bürgerinnen und Bürger ab dem 1. Februar 2023 einen Antrag auf Förderung zum Erwerb von E-Lastenfahrrädern oder Photovoltaik- und Solarthermieanlagen stellen. Bei diesem Förderaufruf haben nun auch Mieterinnen und Mieter die Möglichkeit, eine PV-Balkonanlage gefördert zu bekommen.

20.01.2023

Konkret erhalten Oberhausenerinnen und Oberhausener für den Erwerb:

  • eines E-Lastenfahrrads bis zu 50 % der Anschaffungskosten (maximal 2.500 Euro)
  • einer PV-Balkonanlage 200 Euro
  • einer PV-Anlage (ab 40 m² Modulfläche und/oder 4 kWp) 2.000 Euro
  • eines PV-Speichers 800 Euro
  • einer Solarthermieanlage (ab 3 m² Kollektorfläche) 1.000 Euro

Die Antragsstellung muss zwingend vor der Beauftragung bzw. dem Erwerb des Fördergegenstandes erfolgen. Bitte beachten Sie dazu auch die entsprechende Förderrichtlinie unter www.oberhausen.de/klimaschutz. Einen Antrag können Interessierte über das Serviceportal der Stadt Oberhausen unter https://serviceportal.oberhausen.de/ digital stellen. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, sich die Antragsunterlagen unter www.oberhausen.de/klimaschutz herunterzuladen und per Post oder per E-Mail an klimaschutz@oberhausen.de einzusenden. Rückfragen zur Antragsstellung und zur Förderrichtlinie beantworten Ihnen gerne die Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager der Stadt Oberhausen unter der genannten E-Mailadresse, oder telefonisch unter 0208 / 825-3569. Die entsprechenden Antragsunterlagen werden erst ab dem 1. Februar 2023 zur Verfügung gestellt. Eine vorherige Antragsstellung ist nicht möglich.

Stadtgespräch

Gelungener Auftakt des Wissenschaftscampus NRW

Öffentlicher Auftakt für den Wissenschaftscampus NRW in Oberhausen: „Politik der Transformationsgesellschaft“ war der Abend im Gasometer Oberhausen überschrieben, mit dem sich der neu gegründete Wissenschaftscampus NRW (WICA) rund 350 Interessierten am Donnerstag, 10. November 2022, vorgestellt hat.

17.11.2022
v.l. WICA-Leiter Dr. Martin Florack, Gasometer-Chefin Jeanette Schmitz, Ministerin Mona Neubaur und Dezernent Ralf Güldenzopf (Foto: Stadt Oberhausen/Tom Thöne)

Der städtische Dezernent Ralf Güldenzopf eröffnete den Abend, indem er den Gasometer zu einem „Denkraum“ umwidmete und zunächst das Konzept des Wissenschaftscampus NRW als neuen Standort für Wissenschaft in Oberhausen vorstellte. „Transformation meint fundamentalen Wandel und dieser braucht gesellschaftliche Akzeptanz, demokratische Legitimation und idealerweise auch aktive Beratschlagung durch uns als Bürgerinnen und Bürger. Genau diese politische Dimension von Transformation rücken wir in Oberhausen ins Zentrum des Wissenschaftscampus NRW.

WICA-Leiter Dr. Martin Florack diskutierte mit Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschafts- und Klimaschutzministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. „Die Aufgabe von Politik ist es, das vorhandene Wissen zusammenzubringen, zu gewichten und daraus kluge Entscheidungen für das Gemeinwohl abzuleiten. Auch wenn wir heute mehr und mehr um die Idee von Wahrheit im Sinne von Fakten kämpfen müssen: Ich glaube fest daran, dass wir nur faktenbasiert Politik machen können. Nehmen wir den Klimawandel: Es ist das Wissen, das zu einem Umdenken geführt und die notwendige Transformation hin zur Klimaneutralität eingeleitet hat und weiter vorantreibt. Der WICA als praxisnahe Kooperation von Wissenschaft mit der Stadt Oberhausen schafft hier ein wegweisendes Angebot.“, so Neubaur.

Im Austausch mit Dr. Kathrin Mädler, Intendantin des Theaters Oberhausen, und Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, ging es um Verbindungslinien zwischen Kultur und Wissenschaft. Mädler: „Politisches Theater hat verschiedene Aspekte. Ich sehe Theater als zutiefst demokratischen Ort und als Erfahrungsraum der Empathie, weil ich mich eben in verschiedene Perspektiven hineinbegeben kann. Doch Theater gibt keine Antworten, sondern stellt Fragen.“ Fischedick sieht die Verzahnung schon seit vielen Jahren: „Wir arbeiten mit Theatern zusammen, um Menschen einerseits über Emotionalität zu aktivieren und andererseits aus der Kreativität des Theaters zu lernen.“ Auf die Frage, was er als Wissenschaftler unter dem Begriff Zukunftskunst verstehe, antwortete der Klimaforscher, Transformationsprozesse seien so komplex, dass sie auch kulturelle Veränderung bräuchten. Erst müssten sich Verhaltens- und Denkmuster verändern, denn ohne transformierte Konsummuster sei mehr Nachhaltigkeit nicht zu erreichen.

Der Wissenschaftscampus NRW entsteht als Kooperation der Stadt Oberhausen mit der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen und dem Institut für Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule. Er hat drei Säulen: Das WICAReallabor erprobt neue Formate der Politikgestaltung und politischen Beteiligung. Es bringt Praxis, Verwaltung, Wissenschaft, Bürgerschaft und andere relevante Akteurinnen und Akteure zusammen. Als Schnittstelle zur Stadtverwaltung fungiert der Bereich für Integrierte Stadtentwicklung und Statistik. WICATransfer zielt auf den Transfer sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse in die Öffentlichkeit. Hier entstehen Weiterbildungsformate für künftige Transformationslotsen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. WICAResearch setzt eigenständige Forschungsimpulse im Feld der sozialwissenschaftlichen Transformationsforschung.

Stadtgespräch | Umwelt

Oberhausen schließt sich H2-Klimaschutznetzwerk an

Bei der Auftaktveranstaltung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) in der vergangenen Woche haben die Kommunen der Metropole Ruhr eine Erklärung zur Bildung des gemeinsamen H2-Klimaschutznetzwerks unterschrieben. Die Stadt Oberhausen hat sich ebenfalls verpflichtet, um gemeinsam die industrielle und klimafreundliche Erneuerung der Region voranzutreiben und den Fokus auf den Einsatz von grünem Wasserstoff zu lenken.

16.11.2022
Bei der Auftaktveranstaltung des RVR am 8. November 2022 haben die Kommunen der Metropole Ruhr eine Erklärung zur Bildung des gemeinsamen H2-Klimaschutznetzwerks unterschrieben. (Foto: RVR)

Im Verbund mit unseren Nachbarkommunen arbeiten wir nun noch fokussierter und enger zusammen, um die Energiewende in Oberhausen weiter voranzubringen“, erklärt Oberbürgermeister Daniel Schranz und führt weiter aus: „Der Energieträger Wasserstoff nimmt hier mit seinen Vorteilen für das Klima, die Versorgungssicherheit und das Potenzial für zukunftsfähige Arbeitsplätze eine Schlüsselrolle ein.

Interkommunaler Austausch

Das H2-Klimaschutznetzwerks soll den interkommunalen Austausch über aktuelle Entwicklungen zu Wasserstoff-Themen in der Metropole Ruhr fördern, um gemeinsame infrastrukturelle Voraussetzungen schaffen zu können. Ein IT-Tool soll eingerichtet werden, mit dem die bereits erreichte Treibhausgasminderung sichtbar gemacht und geplante Minderungsstrategien simuliert werden können. Darüber hinaus ist eine Beratung der Kommunen zum Einsatz von grünem Wasserstoff geplant.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert die Koordination des Netzwerks im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) in den kommenden Jahren mit bis zu 1,67 Millionen Euro. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative unterstützt die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.

Der RVR übernimmt das Netzwerkmanagement und steuert den Eigenmittelanteil bei.

Um die im Klimaschutzgesetz verankerte Klimaneutralität im Jahr 2045 zu erreichen, ist es erforderlich, dass alle Sektoren von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien umrüsten. Dem Einsatz von grünem Wasserstoff kommt dabei vor allem in der Industrie eine Schlüsselrolle zu.